Drei Punkte Vorsprung, ein großes Ziel: SC Viernheim greift in Berlin nach dem Meistertitel

Viernheim (SC) – Der SC Viernheim reist als klarer Tabellenführer zur Endrunde der Schachbundesliga. Vom 24. bis 26. April kämpft das Team aus Südhessen im Berliner Willy-Brandt-Haus um den zweiten Deutschen Meistertitel nach 2024.
Duelle mit den ärgsten Verfolgern
Mit 24:0 Mannschaftspunkten und drei Zählern Vorsprung auf den ersten Verfolger OSG Baden-Baden hat der SC Viernheim bislang eine makellose Runde gespielt. Nun wartet das große Finale: In Berlin stehen noch drei Spieltage an, darunter die direkten Duelle mit den beiden ärgsten Verfolgern. Am Freitag geht es zunächst gegen den Tabellendritten SF Wolfhagen (16 Uhr), am Samstag folgt das Spitzenspiel gegen die OSG Baden-Baden (14 Uhr), bevor Viernheim am Sonntag zum Abschluss auf den SC Heimbach-Weis-Neuwied trifft (10 Uhr). Alle Matches inklusive Interviews mit Spielerinnen und Spielern werden auf dem YouTube-Kanal des SC Viernheim live übertragen.
Geheime Kommandosache Aufstellung
Wer an den Brettern sitzen wird, ist noch offen. Wie in entscheidenden Phasen üblich, halten alle Teams ihre Aufstellungen bis zuletzt geheim. Beim SC Viernheim gilt das genauso. Zum hochkarätigen Kader zählt unter anderem das türkische Ausnahmetalent Yagiz Kaan Erdogmus, der zuletzt als jüngster Spieler überhaupt die Marke von 2700 Elo erreichte. Ob der 14-Jährige in Berlin aufläuft, ist noch nicht bekannt. Klar ist aber: Die Schachbundesliga ist die stärkste Mannschaftsliga der Welt – und die Endrunde im Willy-Brandt-Haus dürfte einmal mehr ein Stelldichein der Weltklasse werden.
Dinara Wagner unbesiegt
Ein besonderes Kapitel dieser Saison schreibt Dinara Wagner. Die einzige Frau, die in dieser Saison regelmäßig bei einem Spitzenteam in der Schachbundesliga zum Einsatz kommt, hat in fünf Partien drei Punkte geholt – ohne Niederlage. Für den SC Viernheim ist das Teil des Konzepts: Der Verein setzt auf Spielerinnen und versteht sich als einer, der in Sachen Gleichberechtigung in der Männerdomäne Spitzenschach vorangeht.
Ein Erfolgsrezept des Vereins aus Südhessen ist so schlicht wie wirkungsvoll: Teamgeist. Gemeinsames Essen nach jeder Runde, enger Zusammenhalt, konsequentes Teambuilding, eine lebendige WhatsApp-Gruppe. Die Attitüde, die dem Club nun den zweiten Meistertitel bescheren, bringt Vereins- und Teamchef Stefan Martin so auf den Punkt: „Wir gehen das professionell-familiär an.“
Meisterfeier?
Ob am Ende gefeiert wird? Ein Restaurant für den Sonntagabend ist bereits reserviert. Der Vorsprung ist komfortabel – aber Martin fordert jetzt noch einmal den vollen Fokus auf die Bretter: „Ich glaube an unser Team, aber: Wir sind noch nicht durch. Es kann viel passieren.“
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