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Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis (ots/Polizeipräsidium Mannheim) – Die sogenannten „Microsoft-Support-Calls“ sind seit Jahren ein deutschlandweites Betrugsphänomen. Auch in der Metropolregion treten „falsche“ Microsoft-Mitarbeiter regelmäßig in Erscheinung.

Die Masche ist dabei immer die gleiche: Unbekannte rufen von Callcentern, meist aus dem asiatischen Raum bei häufig älteren Menschen an und überreden sie, in englischer, aber auch in guter deutscher Sprache, durch geschickte Gesprächsführung, diverse Aktionen am Computer durchzuführen.

Hierdurch erlangen die Täter Fernzugriffe auf die PC-Systeme der Opfer. Durch nachfolgende Finanztransaktionen von Opferkonten auf die Konten der Täter oder deren Hintermänner entstehen hohe finanzielle Schäden.

So erging es in den letzten Wochen, letztmals am Mittwoch vergangener Woche (25. Mai 2022), 20 Personen im Alter zwischen 41 und 90 Jahren, die die Taten bei der Polizei anzeigten.

Alle Geschädigte wurden veranlasst, Schritt für Schritt die Teamviewer-Software zu installieren. In einem nächsten Schritt veranlassten die Täter am „anderen Ende der Leitung“ Finanztransaktionen für angebliche Serviceleistungen, die nie erfolgten.

Dadurch entstand den Opfern, die überwiegend in Mannheim (10) und angrenzenden Gemeinden Hockenheim (2), Ketsch (2), Schriesheim (2), Weinheim, Heddesheim, Schwetzingen und Edingen-Neckarhausen wohnen, einen Schaden von mehreren Zehntausend Euro.

Das Dezernat „Cybercrime“ der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Im Jahr 2021 registrierte das Polizeipräsidium Mannheim im gesamten Zuständigkeitsbereich insgesamt 129 vollendete Taten mit einem Vermögensschaden von rund 650.000.- Euro.

Mit weiteren Auftreten falscher Microsoft-Mitarbeiter muss auch zukünftig gerechnet werden. Die Polizei rät deshalb in solchen Fällen:

   - Die Firma Microsoft führt keine Anrufe durch (Hinweise hierzu auch auf der Microsoft-Homepage).
   - Nicht auf Anrufe von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern eingehen und sofort auflegen. Auch nicht auf die Frage, „Do you speak English“ mit „Yes!“ antworten.
   - Auf keinen Fall persönliche Daten, Bankkonto- oder Kreditkartendaten oder Zahlungsdaten wie PINs oder TANs an die Anrufer herausgeben.
   - Keine Software installieren oder installieren lassen.

Wurde man bereits Opfer?

   - Rechner vom Internet trennen und runterfahren. Über einen anderen nicht infizierten Rechner unverzüglich betroffene Passwörter ändern.
   - Rechner überprüfen lassen und evtl. Fernwartungsprogramm auf dem Rechner löschen.
   - Kontakt zu den Zahlungsdiensten und Unternehmen aufnehmen, deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind.
   - Vom Geldinstitut beraten lassen, ob bereits getätigte Zahlungen zurückgeholt werden können.
   - Anzeige bei der Polizei erstatten!

Ggf. Betrugsversuch zusätzlich bei Microsoft melden: www.microsoft.com/de-DE/concern/scam

Alle Infos zum Betrugsphänomen gibt es auch hier: www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/falsche-microsoft-mitarbeiter/