Leserbrief von Alois Huber
Ist bürgerschaftliches Engagement erwünscht?
Komisch sind Vorgänge, die wir nicht verstehen…….wollen…!
auch im Rahmen der Balkonsolaraktionen konnte ich mich mit sehr vielen Viernheimer Bürgern austauschen. In den Gesprächssituationen kamen immer wieder Themen zur Sprache, die bei Viernheimer Bürgern großes Unverständnis und große Unzufriedenheit hervorrufen. Nur einige der vielen „Viernheimer Geschichten“ möchte ich hier festhalten und Sie dran teilhaben lassen:
Da machen sich Viernheimer Bürger aus Sorge um negative Folgen für Viernheim bei der Umsetzung der Bebauung Nordwest 2 auf den Weg. Bringen ihre fachliche Kompetenz in Vorlagen ein. Tun dies ehrenamtlich ohne Sekretariat und sonstige Unterstützung. Sammeln mehr als 2000 Unterschriften von gleichgesinnten Bürgern. Organisieren final einen großen Demonstrationsumzug mit abschließender Kundgebung. Und dann bei der Abschlusskundgebung bei der Frage wer von den politisch verantwortlichen anwesend ist; meldet sich nur eine Stadtverordnete. Wo sind denn die, die das Ehrenamt in Viernheim immer für so wichtig halten, die sich sonst auch mal gerne ablichten lassen, wenn z.B. ein Nagelstudio eröffnet wird oder bei einer Spendenübergabe an die Tafel? Aber hier bei einer unangenehmen Sache, hinter der sie nicht stehen, kein Rückgrat zeigen.
Als noch über Reparatur oder Abriss der Harbighalle sinniert wurde habe ich einen Viernheimer Ingenieur getroffen, mit dem ich im Gespräch über Balkonsolar zum Thema Harbighalle gekommen bin. Dabei hat mir der Bürger erklärt, dass er beruflich mit der Behebung genau solcher Deckenprobleme zu tun hatte. Er erklärte mir dann in Einzeleinheiten wie der Schaden zu beheben wäre, ohne die Halle abzureißen. Auf meine Nachfrage, warum er sich nicht meldet und sein Wissen an die Stadt weiter gibt erklärt er mir, dass er sich in der Vergangenheit bei verschiedenen Themen eingebracht habe und dabei die Erfahrung gemacht hat, dass seine Vorschläge unbeachtet blieben oder nicht erwünscht waren: „Da melde ich mich nicht mehr“. Ein Viernheimer Architekt hatte damals angeboten im Stadionbereich eine neue Halle für ca. 5 Mil.? zu bauen, was die Sanierung des mit 4 Mil. € veranschlagten Funktionsgebäude im Waldstadion miteingeschlossen hätte.
In vergangenen Jahren erarbeiteten Viernheimer Bürger sehr engagiert Lösungsmöglichkeiten für das alte Rathaus und hielten dies in einem Faltblatt fest. Dann passierte jahrelang nichts, außer dass große Summen (wieviel)? für notdürftige Reparaturen des Rathauses ausgegeben wurden. Ein heimischer Investor bietet ein Rundumlösung an. Man findet Gründe, die dagegensprechen. Hat man mit ihm gesprochen?
Dann wird in einer Nacht und Nebelaktion die in kleinem Kreis geborene „Ellipse“ aus dem Hut gezaubert. Wie die Stadtverordnetenversammlung am 16. Dez. 22 im Bürgerhaus zeigte ein Vorgehen, das für fast alle im Parlament mit sehr vielen überraschenden Unbekannten und Risiken gespickt war (Miete150 000 € / Einrichtung 1.380 000 €? / Raumausstattung €? weiterer Immobilienbedarf € /Mehrwertsteuer, Vermittlungscourtage €?). Volker Ergler stellt in einer wie ich meine bemerkenswerten Haushaltsrede die fehlende Intransparenz und das Fehlen von wesentlichen Informationen fest. Seine Analyse endet mit der Aussage: „mit dieser Haushaltssatzung 2023 verlagern wir die Probleme in 2026/2027“. Der Bürgermeister zieht wieder die Karte mit Demokratieverlust und dann stimmen trotz großer Bedenken alle geschlossen bis auf UBV und FDP zu. Wegen zu geringer Grundsteuererhöhung stimmt Herr Schübeler nicht zu.Herr
Bürgermeister Baaß gibt am Energiespartelefon Tipps, wie die Bürger Kosten senken und Energie sparen können“. Eine maßlose Selbstüberschätzung, ist er doch Herr einer der größten Energieschleudern (das alte Rathaus) in Viernheim. Oder wollte er nur seiner Stabsstelle dem Brundtlandbüro, auf die Sprünge helfen und zeigen, wie man es richtig macht. Ein an sich wichtiges Büro, das er nicht weiterentwickelt hat, sondern in kaum zu überbietender Inkompetenz, zu Lasten des Viernheimer Haushalts, Jahrzehnte lang mitgeschleppt hat. Ein Büro, das in einen Kindergarten mit Passivhausstandart, mit sehr geringem Heizungsvorlauf, eine teure Pelletheizung mit hohem Vorlauf einbauen lässt und dasselbe kurze Zeit später in der Bewegten AWO-Kindertagesstätte genauso nochmals ausführt. Auf dem Dach eine PV-Anlage die angeblich super Werte erreicht, obwohl die Module von Beginn an regelmäßig von überwuchernden Pflanzen beschattet werden. Gärtner: „Wenn ich gewusst hätte, dass Module draufkommen, hätte ich Sedum gepflanzt“. Für die neuerliche „Erfolgsgeschichte“ und „Erkenntnis“, dass die Stadt durch den Einbau von Wärmepumpen in stadteigene Gebäude Geld sparen kann, sind keine 4 Mitarbeiter nötig. Mit einer Beratung durch die Bürger Solarberater wäre die PV-Anlage sicher kompetenter und kostengünstiger geworden. Aber halt, da ist ja noch eine Partei, die im Parlament das Ziel absegnen ließ, 50% der Dächer Viernheims mit PV-Anlagen zu belegen. Zum Glück denkt heute keiner mehr daran. Der Stadtrat fährt in der gleichen Spur mit gleichem Vorbild weiter, hat er doch schon vor seiner Zeit als Stadtrat den Abbau der von Bürgern finanzierten PV-Anlage auf dem Kindergarten Gänseblümchen, trotz einer Jahreserzeugung von fast 5000 kWh begrüßt und diese Maßnahme sogar „im Sinne Viernheimer Bürger“ gesehen. Die Stadt hat dafür lieber eine Entschädigung von über 14000 Euro bezahlt.
Bis 2028 muss Viernheim eine Kommunale Wärmeplanung erstellt haben. Umliegend Städte wie Lampertheim/Lorsch/Heppenheim/Bensheim haben sich schon der Kosten wegen zu einem Verbund zusammengeschlossen. Viernheim geht einen eigenen Weg damit. Die Stadtverordneten haben die Aufgabe an die Stadtwerke delegiert. Herr Franke, der auch Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Vilbel ist, ist untätig und verkündet erst in ein oder zwei Jahren schlauer zu sein. Viernheimer Bürger bei denen Entscheidungen anstehen werden allein gelassen. Das Parlament als Auftraggeber justiert nicht nach. Die Kummeleien mit den Stadtwerken sehen das scheinbar nicht vor?
Der Brundtlandgedanke ist schon im Baugebiet Schmittsberg 2 auf der Strecke geblieben und setzt sich im Baugebiet Bannholzgraben 2 fort. Dort kommt der Strom aus der Steckdose und die Wärme aus dem Heizkörper. Für Niedrigenergiehäuser wird eine Gasleitung verlegt. Das Ziel bezahlbaren Wohnraum zu schaffen ist unterwegs verloren gegangen. Im großen Stil wird Wohnraum für 6500€m² angeboten. Alternative gemeinschaftliche Wohnprojekte in Fortsetzung des Viernheimer Birkenwäldchen? Mehrgenerationenwohnen? Junge Familien? Senioren? Fehlanzeige. Mit einer derartigen Umlegung eines neuen Baugebiets wird der Immobilienwirtschaft die Tür für die Zukunft offengehalten. Der Bauplatz für den fertig geplanten Kindergarten am Schmittsberg steht noch leer. Was hat das Planungsbüro dafür gekostet, um dann festzustellen, dass das Gebäude zu nahe an der Autobahn ist? Beim Ausbau des AWO-Kindergartens am Kapellenberg werden 50 Plätze für Kinder realisiert. Im Kindergarten Entdeckerland wurden fast zum gleichen Preis 100 Plätze realisiert.
Baaß und Scheidel sind vom neuen Zuhause in der „Ellipse begeistert“. Da brauchen sich Beide nicht mehr die Viernheimer Steinwüste anschauen, sondern blicken auf die Bergstraße.
Bei allen Klagen der Stadt über Leerstand in Viernheim ist festzuhalten, beide sind seit mehreren Jahren Verwalter des größten Leerstands in Viernheim: das alte Rathaus. In diesem Zusammenhang verwundert immer wieder, dass das Bürgerbüro für 6000 € angemietet ist? Auf welche Summen addieren sich die Anmietungen der Stadt insgesamt?
Wenn in jedem Lehrstand in der Rathausstraße noch ein städtisches Büro untergebracht wäre, dann würde das dem Namen der Rathausstraße sicher Ehre bereiten.
Was tut sich denn am Viernheimer Industriestandort? Gehen Sie doch mal mit offenen Augen durch das Viernheimer Industriegebiet und vergleichen Sie! Ein Wirtschaftsförderer, der als Stabsstelle scheinbar den Auftrag von seinem Chef hat, mindesten einmal in der Woche mit einem beliebigen Artikel in der Presse zu erscheinen. Auch wenn dies der 10. Hinweis für Startups ist.
Jetzt haben wir 2026 und der wievielte unausgeglichene Haushalt ist vom Himmel gefallen und der Bürgermeister hätte beim Neujahrsempfang an Stelle eines Rollenspiels mit einem Mitarbeiter, die Bürger besser informiert, wie er die Miete fürs neue Rathaus, trotz leerer Kassen, ohne „Sondervermögen“ halbieren konnte.
Ich weiß nicht, ob es besser wird,
wenn es anders wird.
Aber es muss anders werden,
wenn es besser werden soll.
(Georg Christoph Lichtenberg)
………und deswegen engagiere ich mich im Bürgernetzwerk Viernheim
Gehen Sie zur Wahl
Alois Huber



