Scharmützeln, Sprüche und Irritationen im Viernheimer-Wahlk(r)ampf

                                                                                                                                     

Der aufmerksame Beobachter des noch laufenden Viernheimer Wahlkampfes stolpert über merkwürdige Aussagen, Informationen und Entwicklungen. Erfahrungsgemäß gehören zum Wahlkampf ja auch einige Zuspitzungen aber nicht jede Äußerung ist immer ganz frei von populistischen Elementen.

Um einige Anmerkungen kommt man allerdings nicht herum: Wie naiv ist anzunehmen, dass Amtsinhaber, die derzeit hochdotierte Positionen innehaben, diese im Falle einer Wahl tatsächlich aufgeben würden, um ein kostenneutrales Ehrenamt auszuüben? Es ist sicherlich ehrenwert, wenn sie den Wahlkampf unterstützen. Dass sie jedoch gleichzeitig die Spitzenplätze auf den Wahllisten einnehmen, darf zumindest hinterfragt werden.

Auch die öffentlich geführten und teilweise sehr scharfen Auseinandersetzungen zwischen amtierenden und ehemaligen Amtsträger und den Vertretern einer neuen politischen Gruppierung werfen Fragen auf. Welchen Erkenntnisgewinn sollen die Wähler und insbesondere Neuwähler aus diesem leidigen Hin und Her ableiten?

Ebenso irritierend wirkt es, wenn ein langjähriger Mandatsträger, der nun wieder politische Verantwortung übernehmen will, der Stadtführung und der Stadtverordnetenversammlung pauschal jahrelange Erfolglosigkeit oder gar Irreführung vorwirft, obwohl er selbst über viele Jahre ein Teil dieses Gremiums war. Bei aller angebrachten Kritik darf man dabei doch nicht übersehen, dass sich die Stadt in vielen Bereichen positiv entwickelt hat, vielleicht nur nicht jedem kommod?! Also gilt es hier in der neuen Legislaturperiode für spürbare Verbesserungen zu arbeiten.

Ein Zeichen der Fairness gegenüber der Stadtverwaltung wäre sicherlich auch gewesen, an bestimmten Info-Ständen einen Hinweis auf die seit langem bestehende Möglichkeit des Städtischen “Mängelmelder” hinzuweisen, anstatt mit einer neuen Aktion “sauberes Viernheim” für ein neues Portal zu werben.

Nicht zuletzt, ob und wie die sonst neuen Wendehälse und die Weltverbesserer der künftigen Stadtentwicklung im Sinne der Bürger beitragen können wollen, bleibt eine spannende Beobachtung.

Es stehen für die künftige Stadtverordnetenversammlung in den kommenden Monaten und Jahren weitere immens wichtige Entscheidungen an.

Die UBV ist ihrer Linie treu und bleibt geradlinig, unabhängig und aufrichtig dem Wohlergehen aller Viernheimer verpflichtet, mit dem Anspruch für eine solide Kommunalpolitik ohne unrealistische Versprechen. Projekte dürfen nicht dazu führen, dass die Bürgerschaft durch neue Schulden oder weitere exorbitante Grundsteuererhöhungen belastet wird. Beispiele wie der geplante Radschnellweg oder eine Erweiterung des Kreisverkehrs im Bereich Nordwest II zeigen, dass hier sehr genau abgewogen werden muss.  

Am Ende liegt es aber in der Kompetenz des Wählers, die Zukunft der Viernheimer Entwicklung mitzugestalten. Diese Zukunft wird am 15. März an der Wahlurne durch die Ausübung des wichtigen demokratischen Wahlrechts entschieden.

ps: es sei mir verziehen, dass das Gendern bei diesen Anmerkungen etwas auf der Strecke geblieben ist.

Hayrettin Vanli

für die

UnabhängigeBürgerViernheim