Kaiserslautern (C.Wunderle) – Die Freude über den Auswärtssieg bei Hertha BSC Berlin währte nur kurz: Der FCK präsentierte sein fast schon übliches Auswärtsgesicht und ging in Kiel förmlich baden. Mit der 0:3-Niederlage waren die Roten Teufel dabei noch gut bedient – und so endete schnell wieder die Miniserie mit zwei gewonnen Partien. Warum der FCK auf Platz 7 dort steht, wo er steht, lässt sich an bisher 14 gewonnenen und 12 verlorenen Begegnungen förmlich ablesen. Es fehlt gravierend an einer Konstanz, und Geschäftsführer Thomas Hengen, der für die Kaderplanung die Hauptverantwortung trägt, stellte nach der Partie in deutlichen Worten die Chartakterfrage.

Dabei starteten die Pfälzer munter und mutig in die Auswärtspartie im hohen Norden – Skyttää köpfte eine Haas-Flanke knapp am Gehäuse vorbei und Ritters Abschluss in der 10. Minute rauschte dicht am Tor der Gastgeber vorbei. Äußerst sehenswert gingen die Hausherren in Führung – Tohumcu zirkelte das runde Leder aus rund 20m ins Lautrer Gehäuse! Dieses Traumtor und der dadurch resultierende Rückstand warf die FCK-Mannschaft völlig aus der Bahn. Nachdem Kunze den Ball in der 32. Minute vertändelte, rettete FCK-Spieler Joly in höchster Not auf der Linie gegen Therkelsen. Begünstigt durch einen weiteren individuellen Fehler, diesmal durch Rasmussen, fiel in der 36. Minute inmitten der Kieler Druckphase das 2:0 – dabei sah auch FCK-Keeper Krahl schlecht aus, der den Abschluss von Harres aus spitzem Winkel ins kurze Eck nicht vereiteln konnte. Und es kam vor der Halbzeit noch schlimmer für die Roten Teufel. Nach einem Eckball kam Zec völlig frei zum Kopfball und sorgte gegen den diesmal chancenlosen Krahl für das 3:0.

FCK-Trainer Lieberknecht reagierte und brachte Sirch und Kim für Ritter und Bassette – ein Wechsel, der eher die Defensive stabilisieren sollte. Die Partie kannte derweil weiterhin nur eine Richtung:  Therekslens Abschlüsse (50. und 53.) rauschten nur knapp am FCK-Tor vorbei, Harres (59.) traf nur das Außennetz. Danach beruhigte sich die Partie etwas und die Gäste aus der Pfalz hatten durch Sahin (73.) die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. In der Nachspielzeit bot sich dann dem auffälligen Therkelsen die Chance auf den vierten Kieler Treffer, sein Schuss strich nur knapp am Pfosten vorbei. Die Lautrer, deren Defensive sich alles anderes als stabil präsentierte und die offensiv kaum etwas zustande brachten, waren mit dem Resultat noch gut bedient.

Am kommenden Freitag im Heimspiel gegen Abstiegskandidat Eintracht Braunschweig steht die Mannschat einmal mehr in der Bringschuld – eine deutliche Reaktion auf das mehr als enttäuschende Auftreten in der Fremde wird von den Fans erwartet. Mit Spannung wird erwartet, welche Taten der sichtlich angefressene FCK-Trainer auf seine Worte folgen lässt. Dabei gilt es noch, die Saison anständig zu Ende zu spielen – Platz 5 zu erreichen, ist durchaus noch realistisch. Ein Dreier gegen die Niedersachsen wäre dabei Voraussetzung.