Falken verlieren Ringerkrimi in Ladenburg denkbar knapp

Viernheim (SRC) – Bis zum letzten Kampf war alles offen, doch am Ende fehlte den Falken Bergstraße ein einziger Mannschaftspunkt. Mit 16:17 mussten sich die Bergsträßer bei der RG Ladenburg-Rohrbach geschlagen geben. Trotz kurzfristiger Ausfälle und gesundheitlich angeschlagener Athleten lieferten die Falken den stark aufgestellten Gastgebern einen leidenschaftlichen Kampf. Erst im letzten Duell fiel die Entscheidung zugunsten der Ladenburger. Damit endet die Vorrunde für die Falken mit einer knappen Niederlage, die jedoch auch Mut für die kommenden Aufgaben macht.
Bereits unter der Woche hatte eine Erkältungswelle die Mannschaft fest im Griff. Hinzu kamen kurzfristige Absagen, die eine optimale Aufstellung verhinderten. Dennoch war die Marschroute klar: Alles in die Waagschale werfen und dem Gegner das Leben so schwer wie möglich machen. Dass am Ende nur ein einziger Mannschaftspunkt zwischen Sieg und Niederlage liegen würde, war spätestens zur Halbzeit bereits ein realistisches Szenario.
Der Auftakt verlief zunächst ausgeglichen. In der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm konnten die Falken keinen Sportler stellen, weshalb Christos Oikonomou die ersten vier Mannschaftspunkte kampflos für die Gastgeber sicherte. Im anschließenden Schwergewicht bis 130 Kilogramm glich Sascha Schwab ebenfalls kampflos für die Bergsträßer aus.
Für den ersten sportlichen Paukenschlag sorgte anschließend Frederik Pufe. Im Limit bis 61 Kilogramm zeigte er gegen Ajmal Moseni eine taktisch hervorragend geführte Begegnung im eigentlich ungewohnten griechisch-römischen Stil.
Von Beginn an ging Pufe konzentriert zu Werke, bestimmte das Geschehen und ließ seinem Kontrahenten kaum Möglichkeiten, selbst gefährliche Aktionen zu setzen. Mit einer klaren Linie und konsequenter Ringweise arbeitete er sich immer wieder in aussichtsreiche Positionen. Schließlich belohnte sich der Falke mit einem verdienten Schultersieg und brachte seine Mannschaft mit vier weiteren Zählern in Führung.
Bis 98 Kilogramm wartete auf Matthias Schmidt eine schwere Aufgabe. Gegen den körperlich überlegenen Georg Bilegrovic fand der erfahrene Falke nicht zu seinem gewohnten Kampfstil. Noch von einer Erkrankung unter der Woche geschwächt, fehlten ihm gerade in den entscheidenden Situationen die letzten Kraftreserven. Dennoch hielt Schmidt die Begegnung offen und ließ sich nicht abschütteln. In einem Duell, das unter anderen Voraussetzungen durchaus zugunsten des Bergsträßers hätte ausgehen können, hatte diesmal der Ladenburger knapp das bessere Ende für sich. Mit lediglich einem abgegebenen Mannschaftspunkt hielt Schmidt den Schaden jedoch gering.
Ein echtes Schmankerl bekamen die Zuschauer anschließend im Freistilduell bis 66 Kilogramm geboten. Adrian Airich und Elias Nikzad lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, bei dem beide Athleten mit offenem Visier kämpften. Immer wieder wechselten sich sehenswerte Angriffe und Gegenaktionen ab. Der Ladenburger galt im Vorfeld als leichter Favorit und konnte sich im Verlauf der Begegnung einen Vorsprung erarbeiten. Doch Airich bewies einmal mehr seinen unbändigen Kampfgeist und gab sich zu keinem Zeitpunkt geschlagen. Buchstäblich mit dem Schlussgong gelang ihm noch eine entscheidende Wertung, durch die er die Niederlage auf lediglich zwei statt drei Mannschaftspunkte begrenzte. Eine bemerkenswerte Aktion, die zeigte, dass bei den Falken bis zur letzten Sekunde um jeden einzelnen Punkt gekämpft wurde.
Nach der Pause schlugen die Falken eindrucksvoll zurück. Florian Scheuer machte im griechisch-römischen Stil bis 86 Kilogramm kurzen Prozess und schulterte seinen Gegner Noah Peuckert nach wenigen Sekunden.
Ein weiteres Ausrufezeichen setzte anschließend Pascal Hilkert. Im Limit bis 71 Kilogramm wartete mit Hleb Bogdan ein hoch einzuschätzender Gegner auf den Falke. Doch Hilkert zeigte eine seiner stärksten Saisonleistungen und ließ seinem Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance. Sowohl im Stand als auch in der Bodenlage dominierte er das Geschehen und setzte Bogdan permanent unter Druck. Immer wieder zwang er seinen Gegner in die Defensive und war bereits auf dem besten Weg zu einem Sieg durch technische Überlegenheit. Doch dazu kam es nicht mehr. Nachdem Bogdan wiederholt versuchte, sich durch Mattenflucht den Angriffen zu entziehen, wurde die Begegnung nach der dritten Verwarnung vorzeitig beendet. Hilkert sicherte den Falken damit hochverdient die maximale Ausbeute von vier Mannschaftspunkten und unterstrich eindrucksvoll seine derzeit starke Form.
Im anschließenden Duell bis 80 Kilogramm Freistil musste Cedric Kriz gegen den starken Ladenburger Nachwuchsringer Robert Gleim antreten. Für Kritz bedeutete dies eine besondere Herausforderung, da die freie Stilart nicht zu seinen bevorzugten Disziplinen zählt. Dennoch stellte er sich voll in den Dienst der Mannschaft und ging die Begegnung taktisch diszipliniert an. Anstatt sich auf einen offenen Schlagabtausch einzulassen, versuchte er, die Aktionen seines Gegners frühzeitig zu unterbinden und selbst möglichst wenig Wertungen zuzulassen. Gegen den talentierten Ladenburger gelang ihm dies über weite Strecken ordentlich. Auch wenn Kriz die Niederlage letztlich nicht verhindern konnte, begrenzte er diese auf lediglich zwei Mannschaftspunkte. Angesichts des knappen Mannschaftsstandes eine wichtige kämpferische Leistung für den restlichen Kampfverlauf.
Bis 75 Kilogramm Freistil stellte sich Dimitri Obradovic dem erfahrenen Mojtaba Jaghobi. Der junge Falke, der aktuell seine erste vollständige Oberligasaison bestreitet, ging die Begegnung mutig an und hielt den Kampf zunächst offen. Mit großem Einsatz versuchte er, dem technisch versierten Ladenburger Paroli zu bieten. Doch mit zunehmender Kampfdauer spielte Jakobi seine Erfahrung und technische Klasse immer deutlicher aus. Obradovic wehrte sich nach Kräften, suchte immer wieder nach eigenen Möglichkeiten und ließ sein Herz auf der Matte. Letztlich musste er jedoch die Überlegenheit seines Kontrahenten anerkennen und sich vorzeitig geschlagen geben. Auch wenn dadurch vier Mannschaftspunkte an die Gastgeber gingen, verdiente sich der junge Bergsträßer Anerkennung für seinen Einsatz. Gerade solche Begegnungen gegen erfahrene und starke Gegner sind wichtige Schritte in seiner sportlichen Entwicklung.
So musste tatsächlich der letzte Kampf des Abends die Entscheidung bringen. Im griechisch-römischen Stil bis 75 Kilogramm traf Falken-Neuzugang Filip Papic auf den bislang in der Oberliga ungeschlagenen Andrii Cholak. Die Ausgangslage versprach eine schwere Aufgabe, denn der Ladenburger hatte seine Klasse im bisherigen Saisonverlauf bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Papic versuchte, sich gegen den starken Kontrahenten zu behaupten, fand jedoch nicht die nötigen Mittel, um die Begegnung zu seinen Gunsten zu gestalten. Cholak nutzte seine Möglichkeiten konsequent und setzte sich schließlich vorzeitig durch. Mit den vier Mannschaftspunkten für Ladenburg war die Entscheidung gefallen: 17:16 für die RG Ladenburg-Rohrbach.
So bitter die Niederlage auch war, die Falken konnten die Matte erhobenen Hauptes verlassen. Trotz der schwierigen personellen Voraussetzungen hatte jeder einzelne Sportler alles in die Waagschale geworfen. Besonders die überzeugenden Siege von Frederik Pufe, Florian Scheuer und Pascal Hilkert sowie die kämpferischen Leistungen in den verlorenen Duellen machten deutlich, dass sich die Bergsträßer auch gegen starke Mannschaften keineswegs verstecken müssen. Gerade die Schadensbegrenzung von Adrian Airich und Cedric Kriz sowie die knappe Niederlage von Matthias Schmidt zeigten, wie wichtig im Mannschaftsringen jeder einzelne Punkt sein kann.
Nach dem deutlichen Erfolg gegen die SVG Nieder-Liebersbach in der Vorwoche mussten die Bergsträßer damit zum Abschluss der Vorrunde einen Rückschlag hinnehmen. Die Enttäuschung über die hauchdünne Niederlage war entsprechend groß. Gleichzeitig kann die Mannschaft aus ihrem geschlossenen Auftritt viel Positives mitnehmen. Wenn es gelingt, die personellen Sorgen hinter sich zu lassen und wieder in Bestbesetzung anzutreten, dürfen sich die Falken auch für die Rückrunde einiges vornehmen.
Lange Zeit zum Wundenlecken bleibt allerdings nicht. Bereits am kommenden Samstag, dem 31. Oktober, beginnt für die Falken die Rückrunde. Dann wartet auswärts die zweite Mannschaft des SV Germania Weingarten. Kampfbeginn ist um 20 Uhr in der Weingartener Mineralix Arena. Während die Bundesliga und somit auch die Bundesligamannschaft der Karlsruher aufgrund der Weltmeisterschaft in Astana pausiert, wollen die Falken an ihre kämpferische Leistung aus Ladenburg anknüpfen und sich für ihren Einsatz diesmal auch mit einem zählbaren Erfolg belohnen.




