Kaiserslautern (C.Wunderle) – Nach dem Auswärtssieg in Nürnberg und dem glücklichen 2:0-Pokalerfolg unter der Woche bei Hannover 96 – Lukovic und der seit seiner langen Verletzungspause eingewechselte Torjäger Ivan Prtajin steuerten die Lautrer Tore bei – empfing die Elf von Trainer Torsten Lieberknecht am Geburtstag von FCK-Ikone Fritz Walter den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer Hertha BSC aus Berlin. Die Westkurve würdigte vor Anpfiff den Ehrenspielführer, der seinen 106. Geburtstag gefeiert hätte,  mit einer beeindruckenden Choreographie.

Beide Teams begannen schwungvoll und offensiv, gute Chancen zur Führung boten sich in der unterhaltsamen Anfangsviertelstunde aber vor allem dem FCK. Dieser versäumte es in der 9. Minute durch den allein auf Hertha-Keeper Gersbeck zusteuernden Haas im 1:1-Duell, den Ball über die Linie zu bringen. Ebenso parierte der Berliner Torwart einen Schuss von Tazemeta in der 10. Minute. Während der FCK am Drücker war, vollendete Berlin einen Angriff in der 19. Minute eiskalt – FCK-Keeper Krahl hatte nach fast 380 Minuten ohne Gegentor in Liga2 gegen Grönning das Nachsehen. Der Tabellenführer aus Berlin präsentierte sich selbstbewusst, gallig  gewann durch seine hohe Intensität in der Folge viele zweite Bälle – alles Stärken und Waffen, mit denen der FCK in den letzten Spielen so erfolgreich agierte. Hochkarätige Chancen sollen bis zum Seitenwechsel aber Mangelware sein, umso ruppiger und emotionaler ging es bei Zweikämpfen auf dem Platz zu.

 

Im Stile einer Spitzenmannschaft erhöhte Hertha BSC nach Wiederanpfiff zum psychologisch richtigen Zeitpunkt auf 2:0, Grönning vollendete in der 52. Minute mit seinem zweiten Treffer die Vorlage von Pedersen. In der Folge hätte die „alte Dame“ durch Thorsteinssons Lattenkracher (55.) nachlegen können. Als FCK-Coach Lieberknecht Yardimici und Prtajin ins Spiel brachte, war die Hoffnung der Betze-Anhänger groß, das Spiel vielleicht noch drehen zu können. Was aber folgte, war die eiskalte Dusche, als Adewumi eine Pedersen-Flanke zum 3:0 verwandelte. Dem FCK fiel es sichtlich schwer, stabile Berliner in Gefahr zu bringen. Skyttä mit einem Pfostenschuss in der 72. Minute war dem Anschlusstreffer dabei am nächsten. Die Hertha gab sich mit der komfortablen Führung nicht zufrieden und hätte gut und gerne einen weiteren Treffer erzielen können. Bei den Chancen durch Thorsteinsson (72. und 76.), Sessa (77.), Zeefuik (80.) und Schuler (86.) war bei FCK-Keeper Krahl aber Endstation. Auf Lautrer Seite zwang Yardimici Schlenzer Herthas Schlussmann zu einer Glanzparade, und der junge eingewechselte Hofmeister verfehlte das Tor nur knapp. So blieb es beim auch in der Höhe verdienten Sieg für die Hertha, die sich abgezockt präsentierten und ihre Treffer zur richtigen Zeit erzielte und die Lautrer Drangphase zu Beginn der Partie unbeschadet überstand. Die Roten Teufel, die kurzfristig auf die erkrankten Sahin und Kanaté verzichten mussten, hatten vor ausverkauftem Haus (49 327 Zuschauer) dem Tabellenführer nichts mehr entgegenzusetzen.

Am kommenden Samstag gastieren die Roten Teufel an der Bremer Brücke, wenn die Partie um 13:00 Uhr gegen den VFL Osnabrück angepfiffen wird. Ziel wird sein, die Niederlage schnell abzuhaken und in die Erfolgsspur zurückzukehren.