Foto: CDU Viernheim

Viernheim (CDU) – Im Rahmen eines Unternehmensbesuchs informierten sich Vertreter der CDU Viernheim gemeinsam bei der Baumann GmbH & Co. KG über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Familienbetriebs. Der direkte Austausch mit Betrieben und Beschäftigten ist ein zentrales Anliegen der CDU Viernheim.

Stolz begrüßte Erik Baumann die stattliche Zahl seiner Gäste, allen voran Dr. Michael Meister, Staatsminister im Bundekanzleramt sowie Jörg Scheidel, den 1. Stadtrat der Stadt Viernheim. Eine große Gruppe der Kandidaten der CDU für die Kommunalwahl am 15. März waren dem Termin zur Betriebsbesichtigung gerne gefolgt.

 

Vom Viernheimer Familienbetrieb zum Marktführer

Die Baumann GmbH & Co. KG ist seit 1946 fest in Viernheim verwurzelt. Aus der Schafzucht entwickelte sich in den 1980er-Jahren die Lammschlachterei Baumann GmbH, die 2008 in die heutige Unternehmensstruktur überführt wurde.

Heute zählt der Familienbetrieb, inzwischen in vierter Generation unter der Mitwirkung von Erik Baumann geführt, zu den größten gewerblichen Lammschlachtbetrieben Deutschlands. Die Tiere stammen unter anderem von Erzeugergenossenschaften, ein kleiner Teil nach wie vor aus eigener Zucht und weitere Tiere aus kontrollierten europäischen Betrieben. Neben regionaler Kundschaft beliefert das Unternehmen nahezu alle namhaften Lebensmittelketten Deutschlands.

 

Kreislaufwirtschaft mit regionalem Mehrwert

Für das Unternehmen ist die Verarbeitung eines Tieres immer mit Verantwortung verbunden. Aus diesem Selbstverständnis heraus wird das Tier möglichst vollständig verwertet. Neben der Fleischverarbeitung kooperiert das Unternehmen mit der Lederindustrie sowie mit namhaften Schuhherstellern aus Deutschland. Ziel ist es, Ressourcen respektvoll zu nutzen.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich auch das konsequent umgesetzte Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Stroh aus der Landwirtschaft wird im Betrieb und für Futter genutzt, der anfallende Mist wird anschließend zu hochwertigem Dünger aufbereitet und durch ortsansässige Landwirte wieder auf Viernheimer Felder ausgebracht. So wird die Humusschicht der Äcker verbessert, die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig gestärkt und gleichzeitig ein regionaler Stoffkreislauf geschlossen.

Klaus Mandel, CDU-Kandidat für die Kommunalwahl, brachte es augenzwinkernd mit einer alten Viernheimer Binsenweisheit auf den Punkt: „Humus is des, was der Bode hu muss!“

 

 

 

Investitionen und Standortbekenntnis

Trotz stark gestiegener Energie-, Rohstoff- und Personalkosten hat das Unternehmen in Verpackungslogistik, Digitalisierung und Automatisierung investiert. Rücklagen und unternehmerische Weitsicht ermöglichten diese Schritte.

Rund 180 Mitarbeiter sind in Viernheim beschäftigt, darunter auch etwa zehn Geflüchtete. Damit übernimmt das Unternehmen auch ganz konkret gesellschaftliche Verantwortung. Die Firma Baumann zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlicher Zusammenhalt kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken. Qualifikation und Zufriedenheit der Belegschaft haben für die Familie Baumann hohe Priorität.

Aufgrund wachsender Nachfrage und ausgeschöpfter Kapazitäten plant das Unternehmen, mehrere Millionen Euro in einen Neubau am Standort in Viernheim zu investieren.

„Wir bekennen uns klar zum Standort Viernheim“, stellte Erik Baumann deutlich heraus.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte in den vergangenen Jahren durch einen Bebauungsplan die planungsrechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Auf rund 13,6 Hektar wurden Bestandssicherung und Erweiterungsmöglichkeiten kombiniert. Durch die Ausweisung als Sondergebiet für die Schlachterei sowie landwirtschaftliche Weideflächen bleibt das besondere Zusammenspiel von Weidehaltung und Verarbeitung dauerhaft gesichert.

 

Wirtschaftsförderung mit Substanz

Im Gespräch mit Staatsminister Meister verwies Baumann auf die hohen Sozialabgaben als zentrale Belastung für Unternehmen und letztlich auch für alle Angestellten. Ziel des Staates müsse sein: „Mehr Netto vom Brutto“. Damit Arbeiten auch attraktiv bleibt.

Auf kommunaler Ebene zeigte sich der Unternehmer zufrieden mit der bisherigen Unterstützung durch die Stadtverordnetenversammlung. Allenfalls das Thema Gewerbesteuer sei aufgrund der steigenden Investitionskosten diskutabel.

Oft hört man den Satz: „Politisches Engagement bringt doch eh nichts. Gerade Beispiele wie heute zeigen das Gegenteil. Wenn Politik, Verwaltung und Unternehmen an einem Strang ziehen, entstehen ganz konkrete Verbesserungen für die Menschen vor Ort“, zeigt sich Erster Stadtrat Jörg Scheidel über die Wirkung der politischen Beschlüsse erfreut.

Aus gutem Grund heißt es in der „Stadtstrategie 2030/31“, dem Wahlprogramm der CDU Viernheim zur Kommunalwahl am 15. März u.a.: Wir haben das Thema Wirtschaftsförderung oben auf die Agenda gesetzt, arbeiten weiter an guten Rahmenbedingungen für Unternehmertum in Viernheim und wollen die Gewerbeentwicklung in Viernheim weiter ausbauen.