CDU-Fraktion informiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Viernheim
Stadtbrandinspektor Cornelius Hisge und Hauptbrandmeister Dr. Mario Hellmund erörtern aktuelle und perspektivische Situation

[Foto: privat]
In dem Rahmen war vermehrt auf die Situation der vorwiegend ehrenamtlich organisierten Institution hingewiesen worden. So gaben auch an diesem Abend Stadtbrandinspektor Cornelius Hisge und sein Kollege, Hauptbrandmeister Dr. Mario Hellmund den CDU-Kommunalpolitikern – u.a. auch den neuen Kandidaten – einen Einblick in die Räumlichkeiten in der Robert-Bosch-Straße sowie bereitwillig auf alle Fragen Auskunft. Insbesondere sollte es um den personellen Stand der Wehr, um Ausrüstung sowie um die Gebäude- und Standortsituation gehen.
Hisge und Dr. Hellmund berichteten auch darüber, vor welchen Herausforderungen die Freiwillige Feuerwehr in Viernheim Tag für Tag stehe. Sie erörterten gemeinsam mit den CDU-Mitgliedern Abläufe und gaben einen Ausblick auf mögliche künftige Veränderungen.
Unnötig zu erwähnen, dass die Gruppe um den Fraktionsvorsitzenden Volker Ergler gerne hinter die Kulissen der Feuerwache schaute, aber ebenso in Erfahrung bringen wollte, was den Feuerwehrleuten tatsächlich „unter den Nägeln brennt“.
Anhand des sog. „Bedarfs- und Entwicklungsplans“ der Freiwilligen Feuerwehr Viernheim wurden viele Details angesprochen. Beispielweise müssen die Brandhüter innerhalb von zehn Minuten nach einer Alarmierung am Zielort sein. Eine riesige Herausforderung, die zwar in der Regel gelinge, jedoch durch widrige Umstände, wie z.B. enge und verkehrsberuhigte Straßen oder auch rücksichtloses Parken deutlich erschwert werde. Auch der am Ortsrand gelegene Standort der Feuerwache trage hier nicht gerade zur Entspannung bei. Einzelne Bereiche der Stadt seien auch bei günstigen Bedingungen in zehn Minuten nicht zu erreichen. Befänden sich unter den Feuerwehrleuten nicht viele höchst engagierte Kollegen – darunter auch Frauen – wäre diese Leistung in Viernheim nicht möglich.
Vor den Feuerwehrfrauen müsse man aufgrund der beengten Räumlichkeiten in der Wache den Hut ziehen (insb. da es keine getrenntgeschlechtlichen Umkleiden gebe), darüber waren sich alle einig. Gleiches gelte für die Jugendfeuerwehr, die auf engstem Raum ihre Übungsstunden leiste. Darauf könne man besonders stolz sein. Bei der Kinderfeuerwehr gäbe es gar eine Warteliste.
Insgesamt könne man sagen, dass die personelle Besetzung zwar zumindest theoretisch ausreiche, sich jedoch am unteren Ende einer möglichen Skala befände. Auf die Nachfrage aus den Reihen der CDU, was denn geschehe, wenn sich dies ändere, konnte der 1. Stadtrat Jörg Scheidel berichten, dass man sich dann Gedanken über eine Berufsfeuerwehr machen müsse – eine Situation, die finanziell aktuell jedoch nicht darstellbar sei.
Die Personalstärke verlange allen Einsatzkräften eine sehr hohe Einsatz- und Übungsbelastung ab. Insofern würden es Hisge und Dr. Hellmund sehr begrüßen, wenn sich deutlich mehr Menschen in Viernheim in der Freiwilligen Feuerwehr engagierten. Der Anteil der Bürgerinnen und Bürger, die sich in Viernheim ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagieren, sei nämlich deutlich geringer als im bundesweiten Durchschnitt.
Die Gegebenheiten einer Stadt mit deren Besonderheiten schreibe die notwenige Ausrüstung vor, die die entsprechende Feuerwehr vorzuhalten habe. Zu solchen „Rahmenbedingungen“ gehörten z.B. Höhe von Gebäuden, Anzahl und Branchen der ansässigen Unternehmen, Schulen, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Pflegeeinrichtungen, Sportstätten, Gebiete mit Wald, vorhandene Gewässer – und im Falle von Viernheim sei man auch für 28km Autobahnstrecke zuständig.
Durchschnittlich komme die Freiwillige Feuerwehr in Viernheim auf rund 340 Einsätze im Jahr. Die Art der Einsätze habe sich verändert, im langjährigen Durchschnitt habe sich die Zahl von Extremwetterlagen erhöht. Zu den klassischen Einsätzen zähle man Brandschutz/Brandbekämpfung, Menschen- u. Tierrettung, techn. Hilfeleistungen, Unterstützung der Rettungsdienste, Bevölkerungsschutz, Brandschutzerziehung und -aufklärung sowie Aus- und Weiterbildung, wobei die Anzahl der techn. Hilfeleistungen gegenüber klassischen Brandeinsätzen immer weiter anstiegen.
Stadtbrandinspektor Hisge machte unmissverständlich deutlich, dass er Gedankenspiele hinsichtlich Umbauten, Neubauten, weiterer Standorte oder gar eines komplett neuen Standorts für eine neue Feuerwache absolut legitim, wenn nicht gar dringend notwendig erachte.
Beim Rundgang der CDU-Fraktion durch die Fahrzeughalle konnte man in zahlreiche leuchtende Gesichter blicken. Gleichsam mit den Augen von Kindern wurden vorhandene Feuerwehrfahrzeuge bestaunt: Kommandowagen, Einsatzleitwagen, Löschgruppenfahrzeuge, Hubrettungsfahrzeuge, Tanklöschfahrzeuge, Gerätewagen, Mannschaftstransportwagen und Wechselladerfahrzeuge. Besonderes Interesse fand das Drehleiterfahrzeug (Hubrettungsfahrzeug). Die neuen CDU-Kandidaten erfuhren, wie enorm kosten- und bestellintensiv derartige Fahrzeuge seien, und dass die Lieferzeit teilweise mehrere Jahre betrage.
Glücklicherweise hatte kürzlich Hessens Innenminister Roman Poseck zwei Förderbescheide über insg. 171.000 Euro dem 1. Stadtrat Jörg Scheidel für die Ersatzbeschaffung in die Jahre gekommener Fahrzeuge überreicht, welcher die Wichtigkeit der Feuerwehren hervorhob, und auch die Mitglieder der CDU-Fraktion sprachen vor Ort den Brandschützern ihren besonderen Dank und höchsten Respekt für ihre geleistete Arbeit zum Gemeinwesen und Gemeinwohl der Bürgerinnen und Bürger von Viernheim aus.
Auch für die Freiwillige Feuerwehr gilt der CDU-Leitspruch „Gemeinsam für Viernheim“ in besonderem Maße. Ihren Dank brachten die Kommunalpolitiker mit einer kleinen symbolischen Aufmerksamkeit zum Ausdruck, die Volker Ergler gemeinsam stellvertretend an Stadtbrandinspektor Cornelius Hisge und Hauptbrandmeister Dr. Mario Hellmund übereichte.





