Ältestes Geld Viernheims, geprägt unter dem römischen Kaiser Traian (98 – 117 n. Chr.)
Foto: Stadt Viernheim
Neolithisches Steinbeil, gefunden zwischen Viernheim und Straßenheim
Foto: Stadt Viernheim

Viernheim (Stadt Viernheim) – Museen sind Orte des Entdeckens, doch längst nicht alle Schätze können in den Ausstellungsräumen gezeigt werden. Viele Objekte lagern geschützt in den Depots – bewahrt, erforscht, aber für die Öffentlichkeit unsichtbar. Das Museum Viernheim macht nun einen Teil dieses verborgenen Erbes digital zugänglich und präsentiert ausgewählte archäologische Funde aus Viernheim auf der Netzwerk-Plattform museum‑digital.de.

Die Exponate zeigen ein eindrucksvolles Bild der Besiedlung des Viernheimer Raums über Jahrtausende hinweg: von der Jungsteinzeit ab etwa 5500 v. Chr., über die Bronzezeit um 1200 v. Chr., die römische Epoche des 2. Jahrhunderts n. Chr. bis hin zum Frühmittelalter im 7. Jahrhundert n. Chr. Die Sammlung umfasst sorgfältig gefertigte Keramikgefäße, Steinwerkzeuge sowie Grabfunde, darunter Waffen und Schmuck.

Ein besonderes Stück ist eine römische Kupfermünze aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das älteste bislang bekannte Geld in Viernheim. Gefunden wurde die Münze 1971 als Beigabe in einem Brandgrab am Kapellenberg. Bei dem Grab dürfte es sich um das eines Einwohners einer nahegelegenen Villa Rustica, einem römischen Landhaus, gehandelt haben.

Deutlich weiter zurück führt ein jungsteinzeitliches Steinbeil mit noch deutlich erkennbarer Maserung des geschliffenen Felsgesteins. Es wurde 1970 von einer Bäuerin auf ihrem Acker am Straßenheimer Weg an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg gefunden. Es handelt sich um einen der ersten Nachweise für neolithische Besiedlung im Viernheimer Raum und steht für die Zeit des Wandels von der nomadischen Lebensweise hin zur Sesshaftigkeit.

Museum Viernheim schließt sich digitalem Netzwerk an

museum-digital ist eine Online-Plattform, die große und kleine Museen vernetzt und eine Vielzahl an Objekten online zugänglich macht. Zudem ermöglicht sie die Einbindung in übergeordnete Portale wie die Deutsche Digitale Bibliothek oder Europeana. In Hessen sorgen gemeinsam mit dem Museum Viernheim 38 Museen mit 742 Sammlungen und rund 23.000 Objekten für eine größtmögliche Sichtbarkeit von historischen Funden; bundesweit sind es mehr als 1.000 Museen mit über 840.000 Objekten. Näheres unter www.museum-digital.de.