Foto: C.Wunderle

Kaiserslautern (C.Wunderle) – Ein Derby, wie es aus Sicht des FCK besser hätte nicht laufen können: Einer beeindruckenden Choreographie vor Spielbeginn – mit über 49000 Zuschauern ausverkauftes Haus– eine frühe 2:0-Führung und eine über 90 Minuten überzeugende und leidenschaftliche Leistung – am Ende gewann der FCK auch das Rückspiel gegen den Karlsruher SC und darf sich im pfälzisch-badischen Duell als zweifacher Derbysieger der Saison 25/26 feiern lassen.

Für beide Mannschaften, die sich jenseits von Gut und Böse in der Tabelle befinden, ging es bei der Partie vor allem um das Prestige. Beide Fanlager tauschten vor Beginn lautstark Nettigkeiten aus und stimmten mit ihren Choreographien auf die Begegnung ein. In der Westkurve wurde dabei an das Pokalfinale gegen den KSC im Jahr 1996 erinnert, dabei wurde die Szene des entscheidenden Freistoßtores durch Martin Wagner auf beeindruckende Weise dynamisch nachgestellt.
Die Anfangsphase hatte es in sich, bereits nach 27 Sekunden gab der gut ins Spiel gekommene KSC zwei Warnschüsse durch Ben Farhat und Kapitän Wanitzek Richtung FCK-Tor ab. Quasi im Gegenzug tauchten die Gastgeber, bedingt durch erfolgreiches Pressing, vor dem Gästegehäuse auf. Zuerst wurde Skyttäs Schuss geblockt, anschließend der von Joly – und Skyttä legte dann überlegt für Sahin auf, der mit einem strammen Schuss zur 1:0-Führung in der 3. Minute traf. Die Partie blieb auf beiden Seiten schwungvoll. Ein Freistoß von Kapitän Ritter (14.) ließ KSC-Keeper Bernat nach vorne prallen und Mergim Berisha, der erstmals für die Pfälzer in der Starformation stand, staubte erfolgreich ab – der Premierentreffer des Neuzugangs aus Hoffenheim. Während die frühe Führung dem FCK merklich Sicherheit verlieh, reihten sich auf KSC-Seiten Ungenauigkeiten ins Spiel ein. Auffällig dabei immer wieder Skyttä, der mit viel Tempo die Lautrer Angriffe initiierte und in der 22. Minute durch einen selbst getretenen Eckball für Gefahr sorgte. Der Finne steckte in der 39. Minute sehenswert auf Sahin durch, dessen Schuss Bernat gerade noch parieren konnte. Die Gastgeber, nun klar überlegen, wussten auch spielerisch immer wieder zu gefallen. In der 42. Minute bot sich nach Sahin-Flanke Joly per Kopf die große Chance für den dritten Pfälzer Treffer. Nachdem Bernat auch Skyttäs Schuss aus 20m in der 45. Minute hielt, pfiff der unauffällig und überzeugend agierende Schiedsrichter Tobias Stieler zur Halbzeit.

Die Lautrer starteten in die 2. Spielhälfte genauso überzeugend, körperlich präsent, griffig und gierig – Fabian Kunze als 6er, der immer wieder Bälle eroberte, verdiente sich dabei Bestnoten. Dem KSC merkte man an, dass sie keine Mittel gegen den entschieden auftretenden FCK fanden. Dieser wiederum versäumte es bei seinen zahlreich vorgetragenen Vorstößen, den Sack früh zuzumachen. Skyttä (48.), Berisha (57.), der Pfostenschuss von Sirch (58.) oder Sahins Dropkick in der 65.Minute, der knapp über das Gehäuse ging – alles vergebene Chancen. Trainer Lieberknecht wechselte munter durch, und dem KSC gelang es in der Schlussphase dann doch noch, gefährlich vor FCK-Schlussmann Krahl aufzutauchen. Den Schuss des eingewechselten Schleusener parierte Krahl mit einem Megaxfußreflex (89.), Ben Farhats Abschluss in der 90.Minute touchierte die Latte. Mit einem weiteren Premierentreffer des auf FCK-Seite ins Spiel gekommenen Emreli fiel dann in der dritten Minute der Nachspielzeit die endgültige Entscheidung, Bassette legte hierbei auf.
Der FCK gewann hochverdient das Derby gegen weitestgehend harmlose Gäste und distanzierte den KSC auf 6 Punkte. Die Roten Teufel, die von ihren Fans gefeiert wurden und auf Platz 7 der Tabelle liegen, haben mit diesem Sieg somit auch die 40 Punkte-Marke erreicht und können befreit am kommenden Samstag zum Traditionsduell nach Nürnberg fahren. Anpfiff ist um 13 Uhr.