Viernheim (Wahlkampfteam Wolfram Theymann) – Bürgernetzwerk Viernheim nominiert erfahrenen Unternehmer und Fraktionsvorsitzenden einstimmig als Bürgermeisterkandidaten – Mehr Bürgerbeteiligung, eine transparente Verwaltung, solide Finanzen und ein stärkeres Miteinander stehen im Mittelpunkt seiner Kandidatur.
Viernheim. Wolfram Theymann bewirbt sich bei der Bürgermeisterwahl im Frühjahr 2027 um das Amt des Viernheimer Rathauschefs. Der 60-jährige Unternehmer und Fraktionsvorsitzende des Bürgernetzwerks Viernheim wurde sowohl vom Verein als auch von der Fraktion einstimmig als Kandidat nominiert. Bei einer Pressekonferenz am 14. Oktober stellte er seine Beweggründe und die zentralen Ziele seiner Kandidatur vor. Seine Botschaft: Viernheim braucht Veränderungen, die gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt und umgesetzt werden.
Zur Eröffnung der Pressekonferenz bekräftigte Michael Kosbau, Magistratsmitglied des Bürgernetzwerks, die Nominierung Theymanns. Dieser sei Glaubwürdig in dem Bestreben Bewährtes zu erhalten, Bestehendes kritisch zu hinterfragen und Viernheim mit neuen Ideen weiterzuentwickeln. Es brauche nicht nur einen personellen Wechsel, sondern auch Veränderungen in der politischen Zusammenarbeit und in der Arbeitsweise der Verwaltung.
Breite Berufs- und Lebenserfahrung als Grundlage
Wolfram Theymann bringt für diese Aufgabe einen vielseitigen beruflichen Hintergrund mit. Nach seiner Schulzeit und dem Zivildienst absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Zimmermann, bevor er Sozialpädagogik und Betriebspädagogik studierte. 1995 gründete er das Institut für angewandte Betriebspädagogik und sammelte als Unternehmer über Jahrzehnte Erfahrungen in der Organisation und Umsetzung von Projekten sowie in der Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen.
Sein Werdegang verbindet damit handwerkliche Praxis, pädagogisches Fachwissen, unternehmerisches Denken und langjährige Führungserfahrung. Theymann kennt unterschiedliche Arbeitswelten und weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Menschen zusammenzubringen, mit begrenzten Ressourcen zu arbeiten und Vorhaben tatsächlich umzusetzen. Besonders deutlich wird dies bei dem Projekt „Bürger Initiativ“, das er mit Mitstreitern ins Leben gerufen hat. Die Initiative beschäftigt sich mit Energiethemen, organisiert Informationsveranstaltungen, ermöglicht Erfahrungsaustausch und unterstützt Bürger bei gemeinsamen Aktivitäten. Im Bereich der Balkonkraftwerke wurden bereits mehr als 1.000 Solarmodule vermittelt. Das Projekt hat inzwischen eine Gemeinschaft engagierter Menschen aufgebaut, die auch über die Viernheimer Stadtgrenzen hinaus aktiv ist.
Für Theymann ist dies ein Beispiel dafür, welche Möglichkeiten entstehen, wenn Menschen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einbringen und selbst aktiv werden. Dies gelänge auch ohne umfangreiche öffentliche Mittel oder eine städtische Organisation im Hintergrund.
Vom kritischen Bürger zum Bürgermeisterkandidaten
Seine erneute Kandidatur ist das Ergebnis einer längeren politischen Entwicklung. Bereits 2021 hatte sich Theymann als unabhängiger Bewerber um das Bürgermeisteramt beworben. In den folgenden Jahren setzte er sich zunehmend mit kommunalpolitischen Fragen auseinander, veröffentlichte kritische Beiträge und suchte den Austausch mit Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Dabei machte er
nach eigenen Worten immer wieder die Erfahrung, dass Anregungen und Kritik aus der Bevölkerung nur wenig bewirkten. Häufig habe es bereits daran gefehlt, die notwendigen Informationen zu erhalten, um politische Entscheidungen nachvollziehen und fundiert diskutieren zu können.
Gleichzeitig erlebte er viel Zuspruch aus der Bürgerschaft. Gespräche, Diskussionen und die Bereitschaft anderer Menschen, selbst aktiv zu werden, bestärkten ihn darin, sein Engagement auszuweiten. Aus diesen Erfahrungen entstand schließlich gemeinsam mit weiteren Mitstreitern das Bürgernetzwerk Viernheim. Die noch junge, überparteiliche Wählergruppe erreichte bei der Kommunalwahl im März 2026 auf Anhieb 13,5 Prozent der Stimmen und zog mit sechs Mandaten als drittstärkste Kraft in die Stadtverordnetenversammlung ein. Theymann übernahm den Fraktionsvorsitz.
Die Arbeit im Stadtparlament habe ihm zusätzliche Einblicke ermöglicht, aber auch gezeigt, wie entscheidend der Informationsfluss zwischen Verwaltungsspitze und politischen Gremien sei. Während Stadtverordnete Entscheidungen treffen sollen, liege ein großer Teil des notwendigen Fachwissens zunächst bei der Verwaltung. Diese Erfahrungen hätten seinen Entschluss bestärkt, noch einmal für das Bürgermeisteramt anzutreten – diesmal mit zusätzlicher kommunalpolitischer Erfahrung und einem Team im Rücken, das neben Mitgliedern des Bürgernetzwerks auch weitere Unterstützerinnen und Unterstützer umfasst.
Ein „Bürger-Bürgermeister“ für alle Viernheimer
Im Mittelpunkt seiner Kandidatur steht ein Anspruch, den Theymann mit dem Begriff „Bürger-Bürgermeister“ beschreibt. „Ich möchte ein Bürgermeister für alle Bürger sein!“, erklärt er. Menschen mit ihren Anliegen ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören und auf ihre Fragen zu antworten, müsse eine Selbstverständlichkeit. Dazu gehört für ihn eine Verwaltung, die sich stärker an den Bedürfnissen der Bürger orientiert, gut erreichbar ist und ihr Handeln nachvollziehbar erklärt. Auch politische Entscheidungsprozesse sollen transparenter werden. Bürgerinnen und Bürger müssten frühzeitig erfahren können, welche Vorhaben geplant sind, welche Alternativen bestehen und auf welchen Grundlagen Entscheidungen getroffen werden.
Darüber hinaus will Theymann die Bürgerbeteiligung deutlich ausbauen. In Viernheim gebe es zahlreiche Menschen mit beruflichen Erfahrungen, Fachwissen, Ideen und der Bereitschaft, sich für ihre Stadt einzusetzen. Dieses Potenzial werde bislang nicht ausreichend genutzt. Eng damit verbunden ist für ihn das Ziel, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Bereits bei einem frühen Workshop des Bürgernetzwerks sei deutlich geworden, dass sich viele Teilnehmer wieder mehr Gemeinschaft und ein besseres Miteinander wünschen. Eine Stadt müsse deshalb nicht nur Dienstleistungen bereitstellen, sondern auch Möglichkeiten schaffen, damit Menschen zusammenkommen, sich kennenlernen und gemeinsam etwas bewegen können.
Städtische Finanzen: Ausgaben prüfen, Strukturen verändern
Zu den größten Herausforderungen zählt Theymann die angespannte finanzielle Situation Viernheims. Er ist überzeugt, dass die Stadt künftig mit ihren vorhandenen Mitteln anders umgehen und ihre Aufgaben teilweise neu organisieren muss. Dabei will er sämtliche Ausgaben kritisch auf ihre Notwendigkeit überprüfen. Auch bereits im Haushalt vorgesehene Maßnahmen müssten hinterfragt werden: Ist eine Ausgabe tatsächlich erforderlich? Muss sie jetzt erfolgen? Gibt es günstigere Möglichkeiten, dasselbe Ziel zu erreichen?
Für den Fall seiner Wahl strebt er bereits in den ersten 100 Tagen eine systematische Überprüfung der Ausgaben und Verwaltungsabläufe an. Auch die Personal- und Organisationsstrukturen sollen auf den Prüfstand. Einsparpotenziale sieht er unter anderem in einer besseren internen Zusammenarbeit, organisatorischen Veränderungen sowie darin, frei werdende Stellen nicht automatisch wiederzubesetzen. Entlassungen sind dabei nicht sein Ziel.
Gleichzeitig warnt Theymann davor, die finanziellen Probleme ausschließlich durch höhere Steuern und Gebühren lösen zu wollen. Die Belastung der Bürger sei bereits erheblich gestiegen. Sein Ansatz geht deshalb über klassische Sparmaßnahmen hinaus. Ehrenamtliches Engagement, Kooperationen mit anderen Kommunen, Hochschulen und Unternehmen, Fördermittel sowie Sponsoring könnten zusätzliche Handlungsspielräume eröffnen. Ein Beispiel ist für ihn die Entwicklung der „Neuen Mitte“. Statt ausschließlich auf teure externe Planungsleistungen zu setzen, möchte er prüfen, wie Hochschulen, Fachleute und interessierte Bürger gemeinsam tragfähige Konzepte erarbeiten könnten. Auch zusätzliche Bildungsangebote, etwa im MINT-Bereich, könnten auf diese Weise mit neuen Partnern entstehen.
Sicherheitsgefühl ernst nehmen
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Sicherheitsgefühl der Menschen in Viernheim. Theymann kritisiert, dass die öffentliche Diskussion häufig auf polizeiliche Fallzahlen reduziert werde. Eine vergleichsweise niedrige Kriminalitätsstatistik bedeute nicht automatisch, dass sich die Menschen überall sicher fühlten. Wenn Bürger bestimmte Wege oder Plätze vor allem abends meiden, müsse die Stadt solche Erfahrungen ernst nehmen. Dies betreffe unter anderem Bereiche der Innenstadt, den Tivolipark oder den Kettlerspielplatz.
Allerdings sieht Theymann in zusätzlichen Kontrollen oder Videoüberwachung allein keine ausreichende Lösung. Gerade dort, wo unterschiedliche Interessen im öffentlichen Raum aufeinandertreffen, seien auch soziale und städtebauliche Ansätze notwendig. Dazu gehören aus seiner Sicht geeignete Treffpunkte für Jugendliche, eine bessere Abstimmung zwischen Jugendarbeit, Stadtplanung und Ordnungsbehörden sowie öffentliche Räume, in denen sich unterschiedliche Bevölkerungsgruppen gerne aufhalten.
Wirtschaft stärken und Wohnen bezahlbar halten
Handlungsbedarf sieht Theymann ebenso bei der Wirtschaftsförderung. Viernheim müsse für bestehende und neue Unternehmen attraktiver werden, Abwanderungen möglichst verhindern und ansiedlungswillige Betriebe besser unterstützen. Eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung stärke nicht nur die Gewerbesteuereinnahmen. Sie schaffe Arbeitsplätze, bringe zusätzliche Kaufkraft in die Stadt und könne auch das gesellschaftliche und kulturelle Leben fördern.
Eng damit verbunden ist für ihn die Frage der Bezahlbarkeit. Steigende Gebühren und Steuern, hohe Lebenshaltungskosten und die schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt belasteten viele Haushalte. Beim Wohnungsbau müsse daher stärker darauf geachtet werden, dass tatsächlich bezahlbare Angebote entstehen. Neben Neubauprojekten sollten auch vorhandene Gebäude und Wohnungen besser genutzt werden. Möglichkeiten sieht Theymann unter anderem in Aufstockungen, einer effizienteren Nutzung bestehenden Wohnraums und neuen Wohnungsmodellen. Auch die Nordweststadt II müsse unter diesem Gesichtspunkt kritisch betrachtet werden. Neue Bauflächen allein garantierten noch keinen bezahlbaren Wohnraum.
Klimaanpassung und eine lebenswertere Stadt
Als weitere Zukunftsaufgaben nennt Theymann die Energiewende und die Anpassung an den Klimawandel. Hier möchte er vor allem praktische Unterstützung anbieten, Unsicherheiten abbauen und gemeinsame Lösungen fördern, von denen möglichst viele Menschen profitieren können. Dass solche Ansätze funktionieren, zeige bereits die Arbeit von „Bürger Initiativ“. Daran möchte er anknüpfen und neue Möglichkeiten entwickeln, wie Bürger beim Energiesparen, bei der Nutzung erneuerbarer Energien und bei gemeinschaftlichen Projekten unterstützt werden können.
Ebenso wichtig ist ihm die Attraktivität Viernheims. Die Innenstadt, Parks, Plätze und öffentliche Aufenthaltsbereiche sollen stärker zu Orten werden, an denen Menschen sich gerne treffen, verweilen und Zeit miteinander verbringen. Dabei gehe es nicht ausschließlich um große Bauprojekte. Oft könnten bereits durchdachte, kleinere Veränderungen die Aufenthaltsqualität verbessern und neue Begegnungsmöglichkeiten schaffen.
Bessere Zusammenarbeit zwischen Rathaus und Stadtparlament
Neben diesen konkreten Themen möchte Theymann auch die Zusammenarbeit innerhalb der kommunalen Politik verändern. Nach seinen Erfahrungen als Stadtverordneter müssen Verwaltungsspitze und Stadtparlament enger und transparenter zusammenarbeiten. Wer politische Entscheidungen treffen soll, brauche rechtzeitig vollständige und verständliche Informationen. Sein Ziel ist eine Verwaltung, die Fachwissen nicht zurückhält, sondern es aktiv zur Verfügung stellt und das Stadtparlament als Partner bei der Gestaltung Viernheims versteht.
Dabei setzt er auch auf einen anderen politischen Umgang miteinander. Unterschiedliche Meinungen und kontroverse Diskussionen gehörten zur Demokratie. Entscheidend sei jedoch, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und nicht bei gegenseitiger Kritik stehenzubleiben. Das Bürgernetzwerk selbst versteht er dafür als Beispiel: Menschen aus unterschiedlichen politischen Richtungen und mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen arbeiten hier gemeinsam an kommunalen Themen.
Viernheim gemeinsam mit Ideen und messbaren Ergebnissen verändern
Theymann ist bewusst, dass nicht alle Wünsche und Vorhaben mit den bisherigen finanziellen Mitteln umgesetzt werden können. Umso wichtiger seien neue Wege, mehr Eigeninitiative und die Bereitschaft, bestehende Abläufe und Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen. Er möchte eine Stadt, die finanziell wieder stabiler wird, deren Infrastruktur sich verbessert, in der sich Menschen sicher fühlen und die ihren Bürgern mehr Möglichkeiten bietet, sich einzubringen. Eine Stadt, in der Verwaltung, Politik, Unternehmen, Vereine und Bürgerschaft ihre jeweiligen Stärken nutzen, um gemeinsam etwas zu erreichen. Dabei sollen Veränderungen nicht nur angekündigt, sondern ihre Ergebnisse auch überprüfbar und messbar werden.
Für Theymann geht es bei seiner Kandidatur deshalb um mehr als einen Wechsel an der Rathausspitze. Er möchte die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Viernheim seine Zukunft stärker aus eigener Kraft und gemeinsam mit seinen Bürgerinnen und Bürgern gestalten kann. „Ich möchte ein Bürger-Bürgermeister werden!“, so Themann. Das Bürgernetzwerk Viernheim wird ihn dabei mit einem eigenen Wahlkampfteam unterstützen. In den kommenden Wochen sollen die politischen Schwerpunkte weiter konkretisiert und zusätzliche Vorschläge für die Zukunft der Stadt vorgestellt werden