Thema: „Misologie – Von den Verdrießlichkeiten des (zuviel) Denkens“

Am Sonntag, 25. Januar, lädt die Volkshochschule nach der Winterpause wieder zu „Sonntags bei Anton“ mit dem Philosophen Anton Schmitt in die KulturScheune ein.
Foto: Anton Schmitt

Viernheim (Stadt Viernheim) – Am Sonntag, 25. Januar 2026, findet nach der Winterpause wieder die erste kostenfreie Veranstaltung „Sonntags bei Anton“ im neuen Jahr statt. Beim monatlichen philosophischen Austausch treffen sich Interessierte von 11 bis 13 Uhr in der KulturScheune, Satonévri-Platz 1, in einem „öffentlichen Forum für freie Meinungsäußerung und kritisches Denken“ zu verschiedenen, gemeinsam beschlossenen Themen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Das Thema für den bevorstehenden Termin lautet: „Misologie – Von den Verdrießlichkeiten des (zuviel) Denkens“

Anton Schmitt: „‚Misologie‘ ist ein eher verborgenes, wenig beachtetes Phänomen. Doch schon Kant erläuterte sie als ‚Verachtung der Vernunft‘ oder eine Form der Verdrossenheit oder sogar des Hasses auf das Denken, die entstehen kann, wenn geistige Anstrengung enttäuscht, überfordert oder entmutigt. Wenn Denken als wirkungslos, verwirrend oder lebensfern erlebt wird, kann der Mensch sich vom Gebrauch seiner Vernunft abwenden. Misologie ist also nicht nur ein intellektuelles, sondern ein existenzielles Risiko, das man mit einem Ausspruch Platons fassen mag: ‚Das Auge des Geistes fängt erst an, scharf zu sehen, wenn das leibliche von seiner Schärfe schon verlieren will‘ – was man dann so deuten kann, als kämen mit einem zunehmenden Bedenken der Weltzustände auch immer mehr Missstände derselben ans Tageslicht, also man mit zunehmendem Denken immer ‚bedenklicher‘ wird…

 

Die Grundfrage also, der wir uns gemeinsam stellen wollen, lautet: Warum entsteht Misologie, welche Formen nimmt sie an und wie kann man ihr begegnen, ohne das Denken selbst zu überfordern? Was genau also sind die Ursachen von Misologie? Wie entsteht Misologie in gesellschaftlichen Kontexten, etwa durch Polarisierung, Informationsflut oder Diskursverrohung?

 

Sowie: Wie zeigt sich Misologie heute – in Social Media, im ‚Overload‘ der Informationen, der ständigen Aufmerksamkeitsablenkung und Beschleunigung? Und zu guter Letzt: Gibt es (Aus)wege aus der Misologie und warum sollte man solche suchen?“

 

Diesen und weiteren Fragen und Aspekten wollen sich die Teilnehmenden von ihren eigenen Erfahrungen her nähern. Zur Anregung und Vertiefung der gemeinsamen Diskussion stellt der Dozent zu Beginn ein kostenfreies Thesenpapier zur Verfügung. Die gemeinsame Aussprache und Verständigung über die persönlich vorhandenen Überzeugungen und Einschätzungen stehen im Vordergrund. Deshalb braucht es keinerlei Voraussetzungen, um sich in der Diskussionsrunde einzubringen. Es wird Wert auf eine lockere, lebhafte, humorvolle und allgemeinverständliche Gesprächsatmosphäre gelegt, die es auch erlaubt, einfach zuzuhören, ohne selbst etwas sagen zu müssen.

 

Zur Information

Die Themen der nachfolgenden Foren, immer jeweils am letzten Sonntag im Monat, werden von den Teilnehmenden zuvor gemeinsam bestimmt.

 

Der Dozent Anton Schmitt hat in München an der Hochschule für Philosophie und an der Uni Bonn Philosophie studiert (Schwerpunkte Kant und Hegel). Er war über 30 Jahre wissenschaftlicher Mentor im Dienst der Fernuniversität Hagen, Dozent an verschiedenen Volkshochschulen, Tutor an den Universitäten Karlsruhe, Kaiserslautern sowie am Akademischen Colleg/Fernstudienzentrum Schwäbisch Gmünd. Außerdem war er als Lehrbeauftragter für Philosophie an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen/Nürtingen sowie der TU München tätig.

 

Für Informationen stehen Horst Stephan von der Volkshochschule Viernheim oder der Dozent Anton Schmitt gerne zur Verfügung. Horst Stephan: 06204 – 988 401 oder E-Mail Horst.Stephan@Viernheim.de. Anton Schmitt: Anton.Philosophie@gmail.com oder über die Internetseite www.collegium-philosophicum.de.