Bestehende Angebote vernetzen, Zugänge schaffen und Kinder und Jugendliche für Zukunftsthemen begeistern

Foto: Bürgernetzwerks Viernheim

Viernheim (Bürgernetzwerks Viernheim) – Wie funktioniert eine Solaranlage? Warum hält eine Brücke? Wie wird eine App programmiert und wie lässt sich die Qualität unseres Trinkwassers überprüfen? Hinter diesen Fragen steckt MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – vier eng verbundene Bereiche, die unseren Alltag prägen.

Am 17. September 2026 wurden in Bensheim im Rahmen der Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ Schulen sowie MINT-Botschafterinnen und -Botschafter für ihr Engagement geehrt. Auch ich wurde als MINT-Botschafterin ausgezeichnet. Diese Ernennung verstehe ich als Auftrag, meine Erfahrungen und Kontakte für Viernheim einzusetzen und Menschen zusammenzubringen, die Kindern und Jugendlichen den Zugang zu MINT ermöglichen möchten.

Sieben Schulen aus dem Kreis Bergstraße erhielten das Siegel „MINT-freundliche Schule“, darunter die Alexander-von-Humboldt-Schule und die Albertus-Magnus-Schule in Viernheim. Diese Auszeichnung sollte ein Ansporn sein, MINT-Bildung in der gesamten Stadt weiterzuentwickeln, mit der Entwicklung im Kreis Schritt zu halten und möglichst vielen jungen Menschen vergleichbare Chancen zu eröffnen. Das Bürgernetzwerk Viernheim hat hierzu einen Antrag für die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Freitag, dem 2. Oktober 2026, eingereicht, über den bereits im Viernheimer Tageblatt berichtet wurde.

Wir setzen uns für ein verbindliches MINT-Konzept ein, das bestehende Angebote sichtbar macht, vernetzt und stärkt. Als Botschafterin möchte ich Kontakte vermitteln und an der Entwicklung und Umsetzung mitarbeiten. Die Zusammenarbeit soll von der Kita über die Grundschule bis zu den weiterführenden Schulen reichen und außerschulische Lernorte im Umkreis einbeziehen.

Dafür brauchen wir regelmäßige Projekte, geeignete Materialien und Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte sowie weitere Mitarbeitende in Einrichtungen mit MINT-Angeboten. Interessierte Jugendliche sollen mitwirken und Vorbilder für Jüngere sein können. Ein regelmäßiger kollegialer Austausch, insbesondere mit bereits ausgezeichneten Schulen, hilft, erfolgreiche Ideen weiterzugeben, vor Ort anzupassen und gemeinsam auszubauen. MINT-Bildung befähigt junge Menschen, technische Entwicklungen zu verstehen und kritisch zu beurteilen – gerade angesichts künstlicher Intelligenz und sich verändernder Berufsbilder.

Ein wichtiger Partner zur Erstellung dieses Konzepts ist das Schülerforschungszentrum Südhessen Bergstraße in Bensheim. Als Grundschulkoordinatorin des Zentrums möchte ich dazu beitragen, dass auch Kinder und Jugendliche aus Viernheim dessen Forschungs- und Experimentierangebote nutzen können. Gemeinsam müssen wir deshalb Lösungen finden, wenn etwa fehlende Fahrmöglichkeiten die Teilnahme erschweren. Die Unterstützungsmöglichkeiten oder das Einkommen der eigenen Familie dürfen nicht darüber entscheiden, ob ein Kind seine Interessen und Begabungen entwickeln kann.

Am Anfang steht eine gemeinsame Bestandsaufnahme: Welche Angebote gibt es, wen erreichen sie und wo fehlt Unterstützung? Daraus soll ein realistischer Maßnahmenplan mit klaren Zuständigkeiten, einem Zeitrahmen und geklärter Finanzierung entstehen. Bestehende Aktivitäten müssen übersichtlich veröffentlicht und aufeinander abgestimmt werden. Mädchen und Jungen sollen gleichermaßen angesprochen werden. Entscheidend sind regelmäßige, erreichbare Angebote, deren Umsetzung die Beteiligten gemeinsam überprüfen und weiterentwickeln.

Der Antrag des Bürgernetzwerks bietet hierfür einen politischen Ansatz. Als Stadtverordnete und MINT-Botschafterin möchte ich dazu beitragen, dass konkrete Schritte folgen. Ich erwarte von der Stadt, die Konzeptentwicklung aktiv zu unterstützen und die notwendigen Rahmenbedingungen mitzugestalten. Alle interessierten Einrichtungen und Partner lade ich ein, ihre Erfahrungen einzubringen und MINT-Bildung dauerhaft als gemeinsames Anliegen im Bildungsangebot Viernheims zu verankern.