Leserbrief von Heike Gander Stellvertretende Fraktionsvorsitzende des Bürgernetzwerks Viernheim
Ein wichtiger Schritt für die Bildungslandschaft in Viernheim – Leserbrief zum Artikel „Was geht in Viernheim? Jetzt regelmäßig im VT!“
Positiv überrascht habe ich den heutigen Artikel über die Arbeit der städtischen Jugendförderung und den neuen Veranstaltungskalender für Jugendliche gelesen.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um ein kommunales MINTKonzept, für dessen Entwicklung ich kürzlich in einem Leserbrief geworben habe und zu dem das Bürgernetzwerk Viernheim inzwischen einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung eingebracht hat, freut es mich, dass die vielfältigen bestehenden Angebote nun verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Sie bilden eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung der Bildungs- und Freizeitlandschaft unserer Stadt. Der Antrag wurde mittlerweile zur weiteren Beratung in den Ausschuss verwiesen.
Es freut mich zu sehen, wie vielfältig die Angebote in Viernheim bereits sind und welche wertvolle Vorarbeit die Stadt in diesem Bereich geleistet hat. Diese bestehenden Angebote nun übersichtlich zu bündeln und besser sichtbar zu machen, ist ein wichtiger Schritt und bietet einen echten Mehrwert für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern.
Die städtische Jugendförderung hat in den vergangenen Jahren vielfältige Angebote aufgebaut: vom offenen Medienraum im Studio V über Basketball und Hip-Hop bis hin zu Berufsorientierung, Bewerbungstrainings und gemeinsamen Projekten mit Schulen und weiteren Partnern. Dabei werden Jugendliche aktiv an der Gestaltung ihrer Freizeitangebote beteiligt. Dafür danke ich der Jugendförderung und allen Mitwirkenden.
Auf diesen Strukturen kann ein kommunales Bildungskonzept aufbauen, das den MINTBereich stärkt und Kooperationen mit regionalen Partnern erweitert. Und genau hier setzt auch unsere Idee eines MINT-Konzepts an: Wir müssen nicht alles neu erfinden! Vielmehr geht es darum, bestehende Angebote sichtbar zu machen, miteinander zu vernetzen und gezielt dort zu ergänzen, wo noch Bedarf besteht.
Mit dem neuen Veranstaltungskalender und der regelmäßigen Rubrik im Viernheimer Tageblatt ist ein wichtiger Schritt getan. Erstmals werden die vielfältigen Angebote für Jugendliche gebündelt und übersichtlich präsentiert. Das ist ein großer Gewinn – nicht nur für die Jugendlichen selbst, sondern auch für alle, die Bildungsangebote weiterentwickeln möchten. Denn eine solche Übersicht macht zugleich deutlich, welche Bereiche bereits gut abgedeckt sind und wo noch Entwicklungsmöglichkeiten bestehen. Gerade im MINT-Bereich, also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, sehe ich großes Potenzial.
Auch hier gibt es in Viernheim bereits interessante Angebote, beispielsweise in der Stadtbibliothek. Diese könnten stärker miteinander vernetzt und durch Kooperationen mit außerschulischen Bildungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen ergänzt werden. Dabei sollten wir unbedingt auch über die Stadtgrenzen hinausschauen.
Einrichtungen wie das Schülerforschungszentrum Bergstraße in Bensheim oder das TUMO-Zentrum in Mannheim bieten hervorragende Möglichkeiten, von denen auch Viernheimer Kinder und Jugendliche profitieren können. Vielleicht könnte man auch diese in den Veranstaltungskalender mit aufnehmen.
Langfristig könnte ich mir sogar eine zentrale digitale Plattform oder App vorstellen, über die junge Menschen unkompliziert sämtliche Bildungs- und Freizeitangebote entdecken können – vom Sport über Musik und Kreativität bis hin zu Forschung und Technik. Mit Informationen zu Altersgruppen, Terminen und Anmeldemöglichkeiten wäre das ein echter Mehrwert.
Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diesen Weg gemeinsam weitergehen. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass alle, die sich für die Weiterentwicklung der Bildungs- und Freizeitangebote in Viernheim einsetzen möchten, an einem Strang ziehen – unabhängig von Fraktionszugehörigkeit oder institutionellen Zuständigkeiten. Gerade das freiwillige Engagement und die Bereitschaft, sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen einzubringen, sind dabei besonders wertvoll. Wenn wir diese Kräfte bündeln und gemeinsam an Lösungen arbeiten, können wir für Kinder und Jugendliche in Viernheim viel erreichen.
Heike Gander
Stellvertretende Vorsitzende des Bürgernetzwerks Viernheim



