Kaiserslautern (C.Wunderle) – Emotionen und Nostalgie pur beim letzten Saisonheimspiel des 1. FC Kaiserslautern. Zu Gast unter den 48 183 Zuschauern auf dem Betzenberg waren zahlreiche Spieler der Mannschaft, die 1996 den DFB-Pokalsieg für den FCK erringen konnte. Zudem wurden vor der Partie gleich fünf FCK-Akteure – Ersatztorwart Avdo Spahic, Florian Kleinhansl, dem in Lautern heimisch gewordene Kenny Prince Redondo, Leistungsträger Luca Sirch und Publikumsliebling Daniel Hanslik – vor der Westkurve verabschiedet.

Nach drei verlorenen Partien zuvor merkte man dem FCK-Team an, sich im letzten Heimspiel von den Fans versöhnlich nach vielen Auf und Abs in dieser Saison versöhnlich verabschieden zu wollen und den Abgängen einen würdigen Abschied zu bereiten.

Trainer Lieberknecht musste auf den einmal mehr gelb gesperrten Kunze verzichten und stellte das 19jährige Eigengewächs David Schramm auf die Sechser-Position, der ein solides Spiel abliefern sollte. Auf dem aufgeweichten Rasen hatte so manch Spieler Standschwierigkeiten, so rutschte in der 5. Minute auch FCK-Torwart Krahl aus und sorgte für ein lautes Raunen im Rund des Stadion, bevor er die brenzlige Situation noch selbst klären konnte. Marlon Ritter, der die Kapitänsbinde Daniel Hanslik überließ, initiierte selbst seinen Führungstreffer, dribbelte in den Strafraum, prüfte mit seinem Abschluss Bielefelds Schlussmann Kerksen, und in Folge dieser Situation brachte Arminen-Spieler Handwerker Lauterns Gyamfi zu Fall. Schiedsrichter Tobias Welz, der in einer fairen Partie nicht seinen besten Tag erwischte und sehr kleinlich pfiff, entschied zu Recht auf Elfmeter – Ritter verwandelte in der 15. Minute souverän zum 1:0. Die noch um den Klassenverbleib kämpfenden Gäste hatten zwar viel Ballbesitz, konnten sich gegen gut organisiert stehende Lautrer jedoch keine nennenswerten Chancen kreieren. Der FCK blieb derweil effektiv und erhöhte in der 29. Minute nach einem schnell vorgetragenen Spielzug über Robinson und Ritter auf 2:0. Torschütze Simon Asta, der in dieser Saison lange verletzt ausfiel, feierte seinen ersten Saisontreffer ausgiebig.

 

Asta war es auch, der zu Beginn der 2. Hälfte mit einem Distanzschuss das erste Ausrufezeichen setzte, auf der Gegenseite schlenzte Wörl den Ball über das FCK-Gehäuse. Den dritten Lautrer Treffer durch Bassette wurde aufgrund einer knappen Abseitsposition zurückgenommen. Luca Sirch, der nach 2 Jahren auf dem Betzenberg eine neue Herausforderung in der 1. Liga sucht und dessen Abgang den sportlich schwersten Verlust darstellt, klärte in der 59. Minute per Grätsche gegen den einschussbereiten Momuluh. FCK-Spieler Wekesser, der seit langer Zeit wieder in der Startelf aufgeboten wurde, prüfte per Schlenzer Kerksen. Von Bielefeld kam derweil offensiv nichts mehr und so plätscherte die Partie dem Ende entgegen.

 

Den emotionalen Höhepunkt kurz vor Spielende bildete die Auswechslung von Daniel Hanslik, dessen auslaufender Vertrag nach fast 6 Jahren im FCK-Trikot von Vereinsseite nicht mehr verlängert werden soll. Mit Sprechchören und stehenden Ovationen wurde Hanslik gewürdigt – ein Spieler wie kaum ein anderer im Dress der Roten Teufel, der in den letzten Jahren klassische FCK-Werte und Tugenden eines Fritz Walters verkörperte: Willen und Einsatz, Vereinsverbundenheit, Kameradschaft und Bodenständigkeit, gepaart mit einer gewissen Intelligenz. Unvergessen sein Siegtor im Relegationsspiel bei Dynamo Dresden, welches zum FCK-Aufstieg in Liga 2 im Jahr 2022 führen sollte. Die FCK-Fans wissen genau, was Hanslik verkörpert und daher wird nicht von wenigen Fans die Entscheidung des Vereins, den Vertrag des bald 30jährigen Offensivspielers nicht zu verlängern, kritisch gesehen. Ex-FCK-Trainer Funkel bezeichnete Hanslik zuletzt noch als „echten“ Betze-Spieler. Ein schmerzhafter Verlust, der den Fans sehr nahe geht!

Ebenso wurde mit Kenny Prince Redondo ein weiterer beliebter Aufstiegsheld verabschiedet, auch er trug das FCK-Trikot fast sechs Jahre, musste aber zuletzt immer wieder mit Verletzungen kämpfen. Zusammen mit Ersatztorwart Spahic, der gar sieben Jahr meist geräuschlos die Rolle des Ersatztorwartes annahm, wurden Hanslik und Redondo auf dem Podest in der Westtribüne frenetisch gefeiert und gebührend verabschiedet.

Mit dem besten FCK-Zuschauerschnitt aller Zeiten – 46 717 Fans – neigt sich die Zweitligasaison 25/26 dem Ende entgegen. Die letzte Partie bestreiten die Pfälzer am kommenden Sonntag in Magdeburg – Anpfiff ist um 15:30 Uhr. Der 7. Tabellenplatz ist dem Team dabei nicht mehr zu nehmen.

 

Quelle Bild: „der-betze-brennt.de“