Erfahrungen aus Viernheim Teil des EU-Projekts „Motors of Growth“


Best Practice Beispiel aus Viernheim: Bürgermeister Matthias Baaß und Gleichstellungsbeauftragte Maria Lauxen-Ulbrich stellen das Viernheimer Modell zur Gewinnung von Kita-Fachkräften vor.
Foto: MRN

Viernheim (Stadt Viernheim) – Wie können Regionen in Europa gemeinsam Lösungen entwickeln, um dem Fachkräftemangel zu begegnen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Ende April 2026 Vertreterinnen und Vertreter aus mehreren europäischen Ländern im Rahmen des EU-Förderprojekts „Motors of Growth“ in der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN).

 

Auch die Stadt Viernheim war Teil des Programms: Bürgermeister und Vorstandsmitglied des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar Matthias Baaß sowie die städtische Gleichstellungsbeauftragte Maria Lauxen-Ulbrich stellten den europäischen Gästen die Viernheimer Ansätze zur Gewinnung internationaler Fachkräfte für den Bereich der Kinderbetreuung vor. Damit gehörte Viernheim zu den ausgewählten Praxisbeispielen aus der Metropolregion Rhein-Neckar, die den internationalen Partnern präsentiert wurden.

 

Im Mittelpunkt standen die persönliche Begleitung interessierter Fachkräfte, Unterstützungsangebote bei Fragen rund um Ausbildung, Anerkennung und beruflichen Einstieg sowie die enge Zusammenarbeit mit den Viernheimer Betreuungseinrichtungen. Ziel der Initiative „Fachkräfte für Viernheimer Kitas“ ist es, Menschen für die Arbeit mit Kindern zu gewinnen und verschiedene Wege in pädagogische Berufe aufzuzeigen – auch für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. Informationen zu Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten bündelt die Stadt auf ihrer Internetseite unter www.viernheim.de/fachkraeftefuerviernheimerkitas

 

„Dass wir unsere Viernheimer Fachkräfteinitiative im Rahmen des europäischen Delegationsbesuchs vorstellen konnten, freut uns sehr“, sagt Bürgermeister Matthias Baaß. „Der Austausch hat gezeigt, dass viele Regionen vor ähnlichen Herausforderungen stehen und unsere praxisnahen Ansätze auch über Viernheim hinaus auf großes Interesse stoßen.“

 

 

In einer Präsentation gab Maria Lauxen-Ulbrich, die das Projekt betreut, Einblicke in die bisherige Entwicklung der Initiative. Vorgestellt wurden unter anderem aktuelle Zahlen zu Beratungen und Begleitungen sowie Erfahrungen aus der praktischen Arbeit vor Ort. „In den vergangenen Jahren konnten wir viele Menschen auf ihrem Weg in den pädagogischen Bereich begleiten und beraten“, berichtet Lauxen-Ulbrich. „Besonders wichtig ist dabei die persönliche Unterstützung, weil Fragen zur Anerkennung von Berufen aus dem Ausland, Qualifizierung oder zum beruflichen Einstieg oft sehr individuell sind.“

 

Seit Herbst 2023 wurden im Rahmen der Viernheimer Initiative mehr als 100 Personen beraten, rund die Hälfte davon wird regelmäßig begleitet. Mehr als 75 der Interessierten haben eine Zuwanderungsgeschichte. Ein Teil der Betreuung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße. Bereits mehrere Teilnehmende konnten ihren Weg in den pädagogischen Bereich finden – sei es über Anerkennungsverfahren, eine Ausbildung oder eine Tätigkeit in einer Kindertagesstätte.

 

Der Austausch fand im Rahmen des europäischen Projekts „Motors of Growth“ statt, an dem Partner aus Schweden, Italien, Frankreich, Spanien, Bulgarien und Belgien beteiligt sind. Ziel des Projekts ist es, erfolgreiche Strategien zur Fachkräftesicherung sichtbar zu machen und den Austausch zwischen den Regionen zu stärken.