Viernheim/Redziny (.Clausen) –  Vom 12. bis 18. Januar 2026 nahmen zwölf Schülerinnen und Schüler des Realschulzweigs der Alexander-von-Humboldt-Schule (AvH) Viernheim an einem eindrucksvollen Erasmus+-Austausch mit der Partnerschule in Redziny bei Czestochowa (Polen) teil. Begleitet wurde die Gruppe von den leitenden Lehrkräften Timm Clausen und Jennifer Frikech (AvH) sowie Heinz Löffler von der Ernst-Göbel-Schule Höchst, mit der eine gemeinsame Exkursion stattfand.
Der Austausch begann am 12. Januar mit der Anreise und einem Zwischenstopp in Berlin. Auf dem Programm standen der Besuch des Holocaust-Denkmals, der Gedenkort der Bücherverbrennung sowie eine eindrucksvolle Führung durch die Gedenkstätte Topographie des Terrors in der Wilhelmstraße. Die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte bildete damit von Beginn an einen zentralen Schwerpunkt der Reise.
Am 13. Januar ging es mit dem Zug weiter nach Krakau. Dort traf die Gruppe auf die polnischen Austauschschülerinnen und -schüler sowie deren Lehrkräfte. Ein gemeinsames Abendessen bot Gelegenheit zum ersten Kennenlernen und Austausch. Am folgenden Tag erkundeten die Jugendlichen Krakau bei einer gemeinsamen Stadtführung, bevor sie die Oskar-Schindler-Fabrik besuchten, die die Geschichte der Stadt während der NS-Zeit eindrucksvoll dokumentiert.
Ein besonders bewegender Tag war der 15. Januar: Bei einer ausführlichen Führung durch das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau – sowohl durch das Stammlager als auch
durch Auschwitz II – wurden die Schülerinnen und Schüler mit den Verbrechen des Nationalsozialismus konfrontiert. Viele zeigten sich tief betroffen; insbesondere persönliche Gegenstände der Häftlinge wie Schuhe, Koffer oder Haare lösten starke Emotionen aus.
Anschließend reiste die Gruppe weiter nach Redziny bei Czestochowa. Am 16. Januar besuchten die Teilnehmenden die polnische Partnerschule. In verschiedenen Workshops, angeleitet von den polnischen Kolleginnen und Kollegen, arbeiteten die gemischten deutsch-polnischen Gruppen zusammen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Schulemensa folgte am Nachmittag Projektarbeit: Die Schülerinnen und Schüler erstellten gemeinsam Filme, in denen sie ihre Eindrücke der besuchten Gedenkstätten verarbeiteten.
Der 17. Januar stand im Zeichen von Kultur und Begegnung. Vormittags besuchte die Gruppe das Kloster von Czestochowa mit der berühmten „Schwarzen Madonna“. Eine Führung vermittelte historische und religiöse Hintergründe. Am Nachmittag wurde der Austausch bei einer gemeinsamen Disco in der Partnerschule in fröhlicher Atmosphäre fortgesetzt.
Am 18. Januar trat die Gruppe die Rückreise an: Von Krakau ging es mit dem Flugzeug zurück nach Frankfurt.
Fazit: Der Erasmus+-Austausch war eine außergewöhnliche Reise voller tiefgreifender Eindrücke. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Verantwortung
Deutschlands für die Verbrechen der Nationalsozialisten standen vor allem die Begegnungen mit der polnischen Partnerschule im Mittelpunkt. Neue Freundschaften, gemeinsame Projekte und ein gestärktes europäisches Miteinander machten die Woche zu einer nachhaltigen und prägenden Erfahrung für alle Beteiligten.