Der artgerechte Umgang mit Haus- und Wildtieren ist ein wichtiges Merkmal ziviler Gesellschaften und auch Maßstab humanistischer Denkweisen. So waren und sind immer wieder Massentierhaltung, Tierquälereien, Sorge und Umgang mit streunenden Katzen und Hunden sowie die Tierhaltung selbst Gegenstand öffentlicher Debatten.

Hunde sind vielfach beliebt Haustiere. Leider können viele Hundehalter*innen ihren Lieblingen nicht immer vollkommen artgerechte Haltungsbedingungen bieten. Je nach Rasse und Charakter brauchen Hunde viel Auslauf, als Rudeltiere Kontakt zu anderen Hunden, ausgiebige Spiel- und Schnüffelmöglichkeiten. Dazu dienen öffentliche Hundewiesen, wie im Umkreis überall anzutreffen. Daneben sind diese Hundewiesen auch Ort der Begegnung und Austausch mit anderen Hundehalter*innen und deren Erfahrungen, Tipps und Wissen.

Deshalb fordert das Bürgernetzwerk in einem Sachantrag eine solche Hundewiese auch in Viernheim. Zuvor konnte man andere Hundewiesen in Augenschein nehmen, vorbildlich erschien dabei nach Größe, Ausstattung und Lage die Hundewiese in Mannheim-Wallstadt. Inwiefern dies auf Viernheim zu übertragen ist, wäre allerdings zu prüfen. Im Antrag benennt das Bürgernetzwerk Kriterien für eine artgerechte Hundewiese wie Größe, Ausstattung, Tränke, Verschattungsflächen, Abgrenzung  u.a.

Hundebesitzer leisten über die Hundesteuer laut Haushaltsplan 2026 rund 215.000 Euro Einnahmen. Zuvor erfolgten in zwei Schritten Erhöhungen der Hundesteuer von zumal 48 Euro auf 72 Euro und nun 96 Euro, mithin eine Verdopplung der Steuer in gerade mal drei Jahren (i.e. Viernheimer Gebühreninflation). Für gelistete Hunderassen sind die Gebühren mit inzwischen 480 Euro/Jahr deutlich höher. Die Stadt leistet bisher hieraus die Aufstellung von Dogstations, kostenlose Bereitstellung von Kotbeuteln an diesen Stationen sowie mittels personellen Einsatz deren Ersatz, Pflege, Leerung und Entsorgung des Inhalts. Nach Ansicht des Bürgernetzwerkes ist es nun nach diesen massiven Erhöhungen angebracht eine weitere, zudem einmalige, Gegenleistung im Sinne des Tierschutzes zu erbringen, um diese Steuer auch zu rechtfertigen. In Viernheim sind ca. 2200 Hunde über die Hundesteuer erfasst. Dazu kommen die Hunde im Tierheim, nicht angemeldete und streunende Hunde und Tiere bei Hundezüchtern, die nicht der Hundesteuer unterliegen.

Die Instandhaltungs- und Pflegekosten sieht das Bürgernetzwerk im einem durchschnittlichen vierstelligen Bereich. Hundewiesen sind sehr pflegeleicht. Auch sind eventuell Hundehalter*innen zum punktuellen Engagement hierzu bereit, z.B. beim Freiwilligentag.

2025 initiierten einige Hundehalter eine Online-Petition mit ca. 800 Unterschriften. Dies zeigt den Bedarf auf. Andererseits gilt es beim Standort abzuklären, was eventuellen Anwohner*innen zumutbar ist. Das Bürgernetzwerk fordert deshalb für die geplante Hundewiese eine einfache Bürgerbeteiligung zur Standortsuche, zur tiergerechten Ausgestaltung und der Bereitschaft engagierter Hundehalter*innen zur Mitwirkung an Pflege und Instandhaltung der geplanten Hundewiese.

Als Standort kämen neben neuen Wiesenflächen mit Baumbestand auch bestehende Anlagen beim Hundeverein oder der Trainingsplatz im Sportgebiet West in Betracht. Allerdings müßten diese ggf. erweitert besser ausgestattet und auf jeden Fall umzäunt werden.

Bürgernetzwerk Viernheim