Thaiboxer der Thai-Bombs-Viernheim startet zum zweiten Mal für Deutschland – intensive Vorbereitung mit Wettkampfcoach Julian Täubert

Foto: Thai-Bombs-Viernheim

Viernheim(Thai-Bombs-Viernheim) –  „Ich will mir dieses Mal eine Medaille erkämpfen.“ Mit einem klaren Ziel reist Milad Ahmad von den Thai-Bombs-Viernheim zur Jugend-Weltmeisterschaft im Muay Thai nach Griechenland. Am Freitag, 6. November, bricht der Oberstufenschüler der Alexander-von-Humboldt-Schule Viernheim mit der Jugendnationalmannschaft des Muaythai-Bundes Deutschland auf. Bei den Titelkämpfen in Olympia vertritt er Deutschland in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm. Es ist bereits seine zweite WM-Teilnahme im Nationaltrikot.

Auf den Viernheimer wartet starke internationale Konkurrenz. Die Weltmeisterschaft des internationalen Fachverbandes IFMA gehört zu den wichtigsten Nachwuchswettbewerben im Muay Thai, hierzulande besser als Thaiboxen bekannt. Seit 2021 ist die IFMA vom Internationalen Olympischen Komitee vollständig anerkannt. Damit ist die Sportart in die olympische Bewegung eingebunden und verfügt über international etablierte Wettkampfstrukturen.

Während Muay Thai in Deutschland noch um eine breitere öffentliche Wahrnehmung als anspruchsvoller Leistungssport wirbt, genießt die Sportart in zahlreichen Ländern einen hohen Stellenwert. Entsprechend anspruchsvoll schätzt das Viernheimer Trainerteam die bevorstehende Aufgabe ein. Neben den traditionell starken südostasiatischen Nationen erwartet es leistungsfähige Mannschaften unter anderem aus der Ukraine, Tschechien und der Türkei. Manche Konkurrenten trainieren unter Bedingungen, die bereits im Nachwuchsbereich denen des Profisports nahekommen.

Dass Milad in diesem Umfeld bestehen kann, zeigte er bei seiner ersten WM-Teilnahme im vergangenen Jahr. Damals reiste er als international noch wenig bekannter Kämpfer an und machte mit seinen ersten Siegen auf sich aufmerksam. Erst im Viertelfinale endete sein Turnier gegen einen Gegner aus Tunesien. Die Punktentscheidung sorgte im Viernheimer Lager für Unverständnis. Nach Angaben seines Vereins hatten auch die Kommentatoren der Übertragung den Deutschen vorne gesehen.

Aus dieser Erfahrung nimmt Milad vor allem Selbstvertrauen mit. Seine Trainer sehen insbesondere in seiner Ringbeherrschung, seiner Kampfintelligenz und seiner starken Kondition die Voraussetzungen, um auch gegen international erfahrene Gegner erfolgreich zu sein. Den Sprung in die Medaillenränge halten sie deshalb für ein realistisches Ziel – bei allem Respekt vor der Konkurrenz und den Unwägbarkeiten eines großen Turniers.

Entsprechend intensiv verlief die Vorbereitung. In den vergangenen beiden Wochen arbeitete Milad noch einmal gezielt an seinem Clinchverhalten, also dem technisch anspruchsvollen Nahkampf im Muay Thai. Dazu kamen intensive Sparringseinheiten mit seinen Vereinskameraden. Gemeinsam mit Wettkampfcoach Julian Täubert feilte er an technischen und taktischen Details und bereitete sich auf unterschiedliche Kampfsituationen und mögliche Turnierverläufe vor.

Die beiden Vereinsvorsitzenden Timm Clausen und Simon Heeger sind stolz auf ihren Schützling. Neben Milads persönlichem Einsatz und Ehrgeiz heben sie besonders die Arbeit von Täubert hervor. Trainer und Athlet arbeiteten mit großer Genauigkeit zusammen und hätten die Vorbereitung genutzt, um auch vermeintliche Kleinigkeiten weiter zu verbessern. Nun soll Milad in Griechenland zeigen können, was er sich in den vergangenen Monaten erarbeitet hat.

Unterstützung erhält er auch vor Ort aus der eigenen Familie: Sein älterer Bruder Hoschmand Ahmad, ebenfalls bei den Thai-Bombs-Viernheim aktiv, begleitet ihn zur Weltmeisterschaft. Er wird Milad während des Turniers betreuen und den Nationaltrainer unterstützen.

Auch die Vereinsgemeinschaft in Viernheim wird mitfiebern. Milads Kämpfe sollen im Livestream verfolgt werden können. Die entsprechenden Links und Informationen veröffentlichen die Thai-Bombs-Viernheim im Vorfeld über ihre Social-Media-Kanäle. Für Milad steht das Ziel längst fest: Nach dem Viertelfinale bei seiner WM-Premiere soll diesmal der Schritt aufs Podest folgen.