Leserbrief von einem Vernemer
Man muss kein Bademeister sein, um zu merken: Mit dem Freibad Viernheim stimmt etwas nicht. Seit letzter Saison wird nicht mehr wie über Jahrzehnte 30 Minuten vor Schluss eingelassen, sondern schon 60 Minuten vorher Schluss gemacht. Das Kriterium, ob um 18.30 Uhr oder um 20 Uhr geschlossen wird, ist dagegen seit Jahrzehnten unverändert – nur weiß es niemand. Ein Anruf genügt? Mitnichten: Ein freundlicher Anrufbeantworter gibt keine Auskunft, online sucht man die Information vergeblich.
So standen schon diese Saison mehrfach stutzige Besucher vor verschlossenem Tor – an Tagen, an denen mittags über 20 Grad gemessen wurden. Den Vogel abgeschossen hat der vergangene Samstagabend: schönstes Wetter, und das Bad zu. Dass es oft genug umgekehrt läuft – mittags 19 Grad und Regen, abends 25 Grad und Sonne – macht die starre Schließerei vollends absurd.
Der Eindruck drängt sich auf: Das Freibad hat das Interesse an seinen Schwimmern verloren. Viele Viernheimer weichen längst auf andere Bäder aus, und wer eine Saisonkarte gekauft hat, fragt sich zu Recht, wofür eigentlich.
Dabei wäre die Richtung doch klar: Ein Bad ist für die Bürger da. Im Hochsommer gehört es bis 21.30 Uhr geöffnet, wenn die Menschen nach Feierabend Abkühlung suchen. Stattdessen bewegt sich das Freibad munter rückwärts.
Woran liegt es? Die Viernheimer hätten gern eine Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Ein Vernemer




