Dringender Appell: Dezernent Schimpf mahnt konsequentes Zusammenwirken aller Beteiligten an und ruft Bevölkerung zu Mithilfe auf

Kreis Bergstraße (kb).- Der Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) beschäftigt den Kreis Bergstraße nun seit eineinhalb Jahren. Ende Juli 2024 wurde bei Einhausen erstmals ein positiv auf ASP getestetes Wildschwein nachgewiesen. In der Folge verschärfte sich die Seuchenlage schrittweise. Bis heute wurden im Kreis Bergstraße mehr als 2.170 Kadaverfunde geborgen und davon über 1.135 Tiere positiv auf ASP getestet.

„Durch umfangreiche Bekämpfungsmaßnahmen, insbesondere die Einrichtung einer sogenannten „Weißen Zone“, verstärkte Bejagung sowie den Bau von Schutzzäunen, konnte eine weitere Ausbreitung der Seuche erfolgreich eingedämmt und die Fallzahlen deutlich reduziert werden“, schildert der hauptamtliche Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernent Matthias Schimpf. „Doch der Schein trog – wie vielerorts.“ Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte bereits zu Beginn des Seuchengeschehens auf eine kritische Phase hingewiesen: Sinkende Fallzahlen können den Eindruck erwecken, die ASP sei überwunden.

Am 07.04.2026 wurde im Rahmen der Kadaversuche nordwestlich von Neuschloß (Lampertheim) ein Frischling aufgefunden, der positiv auf ASP getestet wurde. Dieser aktuelle Nachweis zeigt deutlich, dass sich auch das Ried des Kreis Bergstraße weiterhin in einer aktiven Seuchenlage befindet.

Der Seuchenzug hatte die Wildschweinpopulation dort erheblich reduziert. Mit einer nun wieder ansteigenden Population wächst jedoch auch das Risiko einer erneuten Ausbreitung und möglichen Festsetzung der Seuche. Um dies zu verhindern, ist eine konsequente Reduktion des Schwarzwildbestandes auf ein möglichst niedriges Niveau erforderlich.

Die Kreisverwaltung appelliert daher erneut eindringlich an die Jägerschaft, die Bejagung von Schwarzwild weiter zu intensivieren. Nur durch eine nachweisliche Reduktion des Bestandes, fortgesetzte Kadaversuchen sowie konsequente Untersuchungen kann langfristig eine Entspannung der Lage und perspektivisch eine Rückstufung der Sperrzonen erreicht werden.

Ebenso entscheidend ist die Funktionsfähigkeit der errichteten Zäune. Intakte Zaunanlagen sowie das konsequente Schließen der Tore sind unerlässlich, um eine weitere Ausbreitung der ASP zu verhindern. Vor diesem Hintergrund ist der zunehmende Vandalismus an den Zäunen – insbesondere im Ried – nicht nachvollziehbar. Mutwillige Zerstörungen sowie absichtlich offen gelassene Tore führen zu erheblichem finanziellem und personellem Mehraufwand und gefährden den bisherigen Bekämpfungserfolg.

„Nur durch das konsequente Zusammenwirken aller Beteiligten kann eine weitere Ausbreitung verhindert und die Tierseuche langfristig erfolgreich bekämpft werden“, betont Dezernent Schimpf. „Wir rufen insbesondere auch die Bürgerinnen und Bürger zur Mithilfe auf.:

  • Melden Sie Zaunschäden oder Vandalismus umgehend den zuständigen Stellen.
  • Halten Sie die Tore der Zaunanlagen stets geschlossen.
  • Unterstützen Sie die Maßnahmen zur Eindämmung der ASP.“