Bersträßer Friedenszug am Ostermontag

Bergstraße (Friedensbündnis Bergstraße) – Das Friedensbündnis Bergstraße veranstaltete am Ostermontag unter dem Motto „Gemeinsam für Frieden“ einen Friedenszug und ein offenes Mikrofon.
Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich auf dem Apostelplatz in Viernheim rund 130 Menschen aus der gesamten Region, um ihre Stimmen für Frieden und Wahrheit zu erheben. Das Friedensbündnis Bergstraße fordert von der deutschen Politik unter anderem die Einhaltung des Friedensgebots im Grundgesetz, den Stopp aller Waffenlieferungen in Kriegsgebiete, eine konsequente Abrüstung sowie den Austritt aus der NATO unter Schaffung einer europäischen Sicherheitsarchitektur. Am Infostand des Bündnisses präsentierten sich der Deutsche Freidenker-verband mit seinen Aufklärungsbroschüren; außerdem wurden Unterschriften für die Initiative
‚1 Million Stimmen für den Frieden‘ und den ‚Berliner Appell‘ gesammelt.
Jedoch sei nicht nur die Politik für Frieden verantwortlich, so Katja Knoch – Pressesprecherin des Friedensbündisses – in ihrem Redebeitrag zu Beginn der Versanstaltung, sondern auch jede und jeder Einzelne selbst. „Es geht darum, der Wahrheit auf den Grund zu gehen und ein starkes Netzwerk dafür zu bilden. Nur wenn Menschen aus innerer Freiheit und Wahrheit heraus sprechen und handeln – frei von Indoktrination und Manipulation – können Frieden und Gerechtigkeit entstehen.“
Beim Friedenszug durch die Viernheimer Innenstadt sorgten Trommeln für Aufmerksamkeit bei Passanten und Anwohnern. Als ruhiger Kontrast spielte eine Musikbox Friedenslieder, während die Organisatoren einen Friedensgruß in Form von blühenden Pflänzchen verteilten. Weitere Botschaften wurden durch Friedensfahnen und Schilder sichtbar gemacht: „Nie wieder kriegstüchtig“, „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ oder „Kein Geld für Waffen“ war unter anderem zu lesen.
An der Spitze des Zuges setzte die neu gegründete ‚Aktionsgruppe Bergstraße‘ mit einer Performance ein eindrückliches Zeichen. Unter dem Motto ‚Störung und Wirkung‘ trugen zehn Teilnehmende weiße Schutzanzüge mit rotem Kunstblut und hielten Schilder mit den Namen von Ländern, die von Krieg betroffen sind oder waren, darunter Ukraine, Gaza, Iran, Libyen und weitere – als Symbol für die blutigen Kämpfe und das Sterben unschuldiger Menschen. In ihrem Redebeitrag am anschließenden offenen Mikrofon verdeutlichte die Aktionsgruppe ihre Haltung: „Krieg ist kein Schicksal. Krieg wird vorbereitet, gewollt, in Kauf genommen, verwaltet, sprachlich verpackt und moralisch verkauft – von den Mächtigen dieser Welt. Und wer ihn deckt, rechtfertigt oder weichzeichnet, trägt ihn mit. Es ist Zeit, dass mehr Menschen sichtbar dagegen aufstehen.“
Helmut Schmiedel von den Lebensfreunden Weinheim thematisierte in seinem Redebeitrag auf lyrische Art, wie der Frieden durch Lügen und Ignoranz vom Kriegsgetrommel verdrängt wird und wie die Angst, nicht dazuzugehören, uns anfällig macht für die Manipulationen der Mächtigen: durch das Erzeugen von Feindbildern und Drohszenarien mit Hilfe der Medien.
Nach einer musikalischen Einlage mit Friedensliedern an der Gitarre folgten weitere Redebeiträge, die das Thema Frieden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten:
Kal von der Initiative ‚Helfa‘ sprach über Frieden als bewusste Entscheidung, sich zu weigern, Feinde zu sein. Er verwies auf einen Ort im ehemaligen Jugoslawien, in dem während des Krieges kein Bewohner angegriffen wurde oder ums Leben kam – unabhängig davon, ob er Bosnier, Serbe, Kroate oder Albaner war. Möglich wurde dies, weil die Menschen sich zusammensetzten und beschlossen, sich nicht an der Hetze gegen andere Ethnien zu beteiligen. Dieses Beispiel könne uns als Vorbild dienen.
Andrea von Kla.TV, ebenfalls mit einem Info-Stand vertreten, ging in ihrem Beitrag auf politische Verstrickungen ein und warf dabei einen Blick hinter die Kulissen: Sie verwies auf Bundeskanzler Friedrich Merz, ehemals bei BlackRock tätig und mehrfacher Millionär, dessen Vermögen er durch Aufsichtsratsposten und Lobbyarbeit aufgebaut habe. Zudem sprach sie über einen Hollywood-Filmproduzenten mit Verbindungen zu Jeffrey Epstein, der öffentlich über Pädophilie und satanische Rituale gesprochen habe. Im Zusammenhang mit den veröffentlichten Epstein-Files würden sich damit Vorfälle, die lange als Verschwörung abgetan wurden, nun als bestätigt darstellen.
Karl-Friedrich Rothe von der Initiative FreiEinig lud zum Hambacher Fest an Pfingsten in Neustadt an der Weinstraße sowie zum anschließenden Freiheitslauf nach Berlin ein. Außerdem riet er dazu, für die kommende Zeit Vorräte anzulegen, um mögliche Lieferengpässe bei Lebensmitteln abfedern zu können. Nach ‚Sag mir, wo die Blumen sind‘, vorgetragen von Anita an der Gitarre, schloss Wolfgang Burkard aus Lorsch die Redebeiträge mit einem Dank an die Veranstalter. Zum Schluss kündigte er die regionalen Friedensspaziergänge an, die jeden Montag um 18 Uhr in Bensheim am Marktplatz sowie in Viernheim zwischen Rathausparkplatz und Apostelplatz und jeden Mittwoch um 18 Uhr in Lorsch am Tabakbrunnen stattfinden.
Die Friedensdemonstration war durchweg von einer friedlichen Atmosphäre geprägt und setzte ein Zeichen für Dialog, Verständigung und gesellschaftliche Aufklärung. Die gesamte Veranstaltung ist im Livestream bei ‚Dauerwelle Demoreport‘ auf YouTube abrufbar; weitere Fotos und Informationen finden sich auf der Webseite vom Friedensbündnis Bergstraße.
Wer wir sind:
Das Friedensbündnis Bergstraße ist ein regionales Bündnis von zivilgesellschaftlichen Gruppen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern – für Frieden ohne Waffen. Das Bündnis wurde kurz vor den Ostermärschen 2024 angesichts der eskalierenden weltweiten Konflikte gegründet und fordert eine klare Wende hin zu friedenschaffendem Handeln, Gewaltfreiheit und Menschlichkeit: Statt weiterer Aufrüstung, kriegstreiberischer Eskalation und der Unterstützung völkerrechtswidriger Interventionen müsse die Politik ihre Verantwortung wahrnehmen und – im Einklang mit den Friedensgeboten des nationalen und internationalen Rechts – konsequent auf Dialog, Diplomatie und Verständigung setzen. Mit Aktionen, öffentlichen Diskussionen und Vernetzung der friedensbewegten Menschen will das Bündnis Bewusstsein für Frieden schaffen, Menschen zum Mitwirken ermutigen und Termine der Friedensbewegung sichtbar machen.
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