Erfolge bei Jugend-forscht für Projektgruppe der AvH – Erster und zweiter Platz beim Regionalwettbewerb


Viernheim (AvH) – Die Chemie- & Umwelt-AG der Alexander-von-Humboldt-Schule kann auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr blicken: Beim Jugend-forscht-Regionalwettbewerb Hessen-Bergstraße am 21. Februar 2026 am Standort der BASF in Lampertheim errangen die Nachwuchsforscherinnen und -forscher gleich zwei Auszeichnungen im Fachgebiet Chemie: Einen ersten Platz mit Qualifikation für den Landeswettbewerb und einen zweiten Platz bei Jugend-forscht-junior.
Analyse für Anfänger
Als „Einzelkämpfer“ trat Luke Schultz (Klasse 8) mit dem Projekt „Analyse für Anfänger“ an. Es galt dabei zunächst fünf gleichaussehende, kristallin weiße Stoffe mit Untersuchungen auseinanderzuhalten und sie anschließen mittels Vergleichssubstanzen zu identifizieren.
Luke konnte seine Analyseergebnisse vor der Jury so gut präsentieren, dass ihm der zweite Preis und der Sonderpreis der BASF zuerkannt wurde.
„Basalt – der Superabsorber?“: Forschung mit kritischem Blick
Die Schülerin Mary Werner und die Schüler Maksymilian W. Koziarski und Marko Zoranovic (alle drei im Abiturjahrgang) untersuchten in ihrem Projekt „Basalt – der Superabsorber?“, ob fein gemahlenes Basaltgestein (so genanntes „Urgesteinsmehl“) tatsächlich größere Mengen Kohlendioxid aus der Luft holen kann. So soll nämlich nach dem Scheitern der Klimakonferenz in Brasilien der Treibhauseffekt von CO2 verringert und der Klimaerwärmung entgegengewirkt werden. Finanziert werden soll diese Technik im Megatonnen-Maßstab über den Emissionshandel, also der Monetarisierung von CO2-Verschmutzungsrechten.
In einer Modellreaktion (Salzsäure-Extraktion mit anschließender Natronlauge-Rücktitration) konnten die Jungforscher tatsächlich ein messbares CO₂-Bindungspotenzial nachweisen. Allerdings weist die Arbeitsgruppe ausdrücklich darauf hin, dass mit dieser Methode keine Aussagen über die Reaktionsgeschwindigkeit der CO₂-Absorption getroffen werden können.
Eine Überschlagskalkulation ergab zudem, dass das Verfahren viel zu teuer wäre und über den Emissionshandel niemals finanzierbar wäre: mindestens 600 € pro Tonne CO2 gegenüber 70 € im Emissionshandel.
Gerade dieser kritische Befund beeindruckte die Jury. Die Chemie-AG versteht sich als Ort wissenschaftlicher Offenheit und ist stets bemüht, solch kritischen Einwände, auch wenn sie dem aktuellen Mainstream widersprechen mögen, ebenfalls zu diskutieren und ggf. in Erwägung zu ziehen. Umso größer war die Freude über den ersten Preis und die Zulassung zum Landeswettbewerb 2026.
Lehrerpreis für engagierte Talentförderung
Zum Abschluss der Feierstunde wurde dem Betreuer der Chemie- & Umwelt-AG, Dr. R. Friedel der (mit 100 Euro dotierte) „Lehrerpreis für engagierte Talentförderung“ verliehen. Der Schulamtsdezernent für das Staatliche Schulamt Bergstraße und Odenwaldkreis, Herr S. Schaab, hielt die Laudatio.
In seiner Dankesrede betonte Dr. Friedel, dass drei Bedingungen zum Erfolg der AG beigetragen hätten: Die zeitliche und emotionale Unterstützung durch seine Ehefrau Dr. M. Walla-Friedel, das außergewöhnliche Engagement und die hohe Motivation der Schülerinnen und Schüler, von denen viele trotz Abiturstress bereits zum vierten Mal an „Jugend forscht“ teilnähmen, sowie die Förderung durch Fach- und Schulleitung an der Alexander-von-Humboldt-Schule. Er merkte kritisch an, dass diese Unterstützung naturwissenschaftlicher Projektarbeit leider nicht allen Schulen üblich sei, wie er aus eigener Erfahrung wisse.
Mit dem Einzug in den Landeswettbewerb blickt die Chemie- & Umwelt-AG nun gespannt auf die nächste Wettbewerbsrunde – und zeigt eindrucksvoll, wie praxisnahe Forschung, kritisches Denken und Teamgeist zu beachtlichen Erfolgen führen können.



