Team- und Clubchef Stefan Martin mit Schauspielerin Nastassja Kinski, die sich als versierte Hobbyspielerin entpuppte. Hinten, stehend: Alexander Boschmann, 2. Vorsitzender des SC Viernheim. |
Foto: Conrad Schormann
Dinara und Dennis Wagner aus Heidelberg (1. und 2. von links), eines der stärksten Schach-Ehepaare weltweit, kamen gegen den FC St. Pauli zum ersten Mal in der Saison 2025/26 gemeinsam zum Einsatz. Hinten: Bassem Amin aus Ägypten, bester Schachspieler des afrikanischen Kontinents und seit langem Teil des Viernheimer Bundesligakaders. | Foto: Conrad Schormann

Viernheim (SC) – Mit zwei Siegen gegen den FC St. Pauli und den Hamburger SK verteidigte Tabellenführer SC Viernheim seine Spitzenposition in der Schachbundesliga. Mit 12:0 Punkten steht Viernheim ganz oben, einen Punkt vor der OSG Baden-Baden. Gespielt wurde erstmals im „Treff im Bahnhof“ in Viernheim. Der neue Spielort bewährte sich bei seiner Heimpremiere, organisatorisch wie atmosphärisch.

 

Vor der Begegnung am Samstag gegen den FC St. Pauli stellte sich den Viernheimern die „Carlsen-Frage“. Der Weltranglistenerste und mehrfache Weltmeister Magnus Carlsen steht im Kader der Gäste aus dem Norden. Die Viernheimer konnten bis kurz vor Beginn nicht ausschließen, dass St. Pauli den besten Schachspieler der Welt ans Brett bringt. Letztlich geschah das nicht. Gleichwohl bot St. Pauli eine respektable Großmeistertruppe auf.

 

Was folgte, würde im Fußball als „Arbeitssieg“ charakterisiert. Beiderseits ohne große Wackler oder Glanzpunkte rangen die Viernheimer die Gäste vor den Augen von Bürgermeister Matthias Baaß und Schachbund-Präsidentin Ingrid Lauterbach mit 5:3 nieder. Tags darauf folgte ein deutlicher 6:2-Erfolg gegen den Hamburger SK – Revanche für die Niederlage zum Auftakt der Vorsaison, die den SC Viernheim die Verteidigung des Meistertitels von 2024 kostete.

 

Im Mittelpunkt des Wochenendes stand der 14-jährige Bayastan Sydykov. Da der eingeplante Iraner Parham Maghsoodloo wegen der Unruhen in seiner Heimat nicht ausreisen konnte, rutschte kurzfristig der Gießener Gymnasiast ins Team. Bei seinem ersten Bundesligaeinsatz steuerte Sydykov sogleich 1,5 Punkte aus 2 Partien bei. Insbesondere seine Mattkombination gegen den Hamburger SK machte in Schachkreisen die Runde.

 

Prominenteste Besucherin des Viernheimer Schachwochenendes war Schauspielerin Nastassja Kinski, ein Vorgeschmack auf eine für März geplante Kooperation mit dem Programmkino „Brennessel“ in Hemsbach. Vor den Heimspielen am 20./21. März unter anderem gegen den FC Bayern München ist am 19. März eine gemeinsame Kultur- und Schach-Veranstaltung in der Brennessel geplant. Der ukrainische Großmeister Igor Kovalenko aus dem Viernheimer Bundesligakader, der bis Mitte 2025 drei Jahre als Soldat an der Front gedient hat, soll aus seinem Leben berichten und beim Simultanspiel eine Kostprobe seines schachlichen Könnens geben. Vorab gab jetzt Kinski eine solche Probe. Der frühere Weltstar entpuppte sich als versierte Hobbyspielerin.

 

In der Bundesliga warten die nächsten Aufgaben auswärts: Am 7. und 8. Februar in Solingen trifft Viernheim zunächst auf Gastgeber SG Solingen, anschließend auf den amtierenden Deutschen Meister Düsseldorfer SK.

Der Verein: Mit mehr als 160 Mitgliedern (fast die Hälfte unter 25 Jahre) ist der stetig wachsende SC Viernheim jetzt schon der größte Schachclub im Rhein-Neckar-Raum, im Spielbetrieb von der Kreisklasse bis zur Bundesliga vertreten. Unter dem Dach des SC Viernheim vereinen sich Spitzen- und Breitensport sowie Nachwuchsförderung. Der Verein bietet Jugendtraining in mehreren Leistungsklassen an, betreut Schulschach-Arbeitsgemeinschaften und engagiert sich im Hochschulschach.

 

Der Sponsor: d-fine, europäisches Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt, beschäftigt 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Fokus auf mathematischer Modellierung, technologischem Fortschritt und Data Science liegt. Als Sponsor unterstützt d-fine den Schachsport, speziell den SC Viernheim und das Hochschulschach.