53 Jugendliche sagen Ja zum Glauben – und gestalten ihre Firmung selbst mit

Viernheim (Vincent Gutscher) – Es war heiß. Sehr heiß sogar. Doch weder die sommerlichen Temperaturen noch die bis auf den letzten Platz gefüllte Apostelkirche konnten die Freude trüben, mit der am vergangenen Sonntag 53 Jugendliche das Sakrament der Firmung empfingen.
Um 10.15 Uhr begann der festliche Gottesdienst, der für die Jugendlichen den Höhepunkt eines gemeinsamen Weges markierte, der sie über viele Monate begleitet hatte. Gespendet wurde das Sakrament von Domkapitular Klaus Forster, der als Vertreter des Mainzer Bischofs eigens nach Viernheim gekommen war. Als Mitglied des Domkapitels unterstützt er den Bischof in seinen Aufgaben und übernimmt regelmäßig besondere liturgische Dienste im Bistum. Für die Jugendlichen war sein Besuch ein sichtbares Zeichen ihrer Verbindung zur großen Gemeinschaft der Kirche über die eigene Pfarrei hinaus.
Dass dieser Gottesdienst etwas Besonderes war, wurde schon früh deutlich: Die Jugendlichen waren nicht nur Gäste ihrer eigenen Firmung, sondern gestalteten sie aktiv mit. Sie wirkten an Texten mit, brachten eigene Erfahrungen ein und wählten die Musik für die Feier aus. So entstand ein Gottesdienst, der nicht nur für die Jugendlichen gefeiert wurde, sondern auch ihre Handschrift trug.
Zwischen festlicher Liturgie, bekannten Liedern und persönlichen Momenten wurde spürbar, dass hinter diesem Vormittag weit mehr steckt als ein einzelner Termin im Kirchenkalender. Die Firmung ist schließlich nicht nur ein feierlicher Gottesdienst, sondern das Ziel eines Weges, auf dem sich junge Menschen mit Fragen des Glaubens, des Lebens und ihrer eigenen Zukunft auseinandersetzen.
Für die Verantwortlichen der Firmvorbereitung, Gemeindeassistentin Janina Kühnl und Gemeindeassistent Vincent Gutscher, war dieser Tag daher auch ein Moment des Rückblicks. Über ein halbes Jahr hinweg begleiteten sie die Jugendlichen durch die Vorbereitung, erlebten Gespräche, Begegnungen, gemeinsame Aktionen und viele kleine Momente, die sich oft nicht planen lassen und gerade deshalb in Erinnerung bleiben.
Und so blickt man auch nach dieser Firmung mit zwei Augen auf das Ende dieses Weges: mit einem lachenden und einem weinenden. Mit einem lachenden, weil die Jugendlichen einen wichtigen Schritt gegangen sind und nun ihren eigenen Weg weitergehen. Mit einem weinenden, weil eine intensive gemeinsame Zeit zu Ende geht, in der Beziehungen gewachsen sind, Vertrauen entstanden ist und viele Erfahrungen geteilt wurden.
Gerade deshalb überwog am Ende des Gottesdienstes vor allem die Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Offenheit der Jugendlichen, für die vielen Begegnungen und für die Bereitschaft, sich auf die gemeinsame Zeit einzulassen. Und vielleicht auch die Hoffnung, dass die Erfahrungen der vergangenen Monate nicht einfach mit dem letzten Lied verklungen sind, sondern noch lange nachwirken.
Als die Gemeinde schließlich die Apostelkirche wieder verließ und draußen die Sommerhitze wartete, blieb vor allem eines zurück: die Erinnerung an einen festlichen, lebendigen und sehr persönlichen Gottesdienst – und an 53 junge Menschen, die an diesem Tag ihren Glaubensweg ein Stück weitergegangen sind.


