Positive Erfahrungen aus der Pumptrack für die Zukunft nutzbar machen

SPD-Stadtverordneter Peter Neuss (rechts im Bild) berichtete vor dem „Treff im Bikepark“ den SPD-Mitgliedern von der Entstehungsgeschichte der Pumptrack
Foto: SPD
Bürgermeister Matthias Baaß, Nurcan Erdoğan, Catherine Dewald, Daniel Schäfer, Peter Lichtenthäler und Peter Neus (v.l.n.r.) auf der Fahrbahn
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Viernheim (SPD) – „Das war ein Paradebeispiel, wie politische Teilhabe außerhalb der gewählten Gremien funktionieren kann“, berichtete SPD-Stadtverordneter Peter Neuss begeistert, als er am 25. Januar 2026 mit einer Gruppe von interessierten aktiven Parteimitgliedern die Geschichte der Bikeparks auf dem Gelände des Familiensportparks West Revue passieren ließ.

 

„Ein wesentlicher Faktor für die Erfolgsgeschichte des Bikeparks ist das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement in Viernheim“, so die Stadt Viernheim in ihrer Ankündigung zum Familiensporttag am 01.09.2024, an dem die Anlage nach intensiven Umbaumaßnahmen wiedereröffnet wurde. Bereits 17 Jahre zuvor legten Bernd Ackermann und Joachim Keune, unterstützt von engagierten Familienvätern, Freunden und Bekannten, den Grundstein für den heutigen Bikepark. Mit wenig Budget, aber umso mehr Herzblut und Einsatz formten sie mit Schippe und Schubkarre die ersten Erdhügel, Rampen und Bahnen. Auf diesen können Kinder und Jugendliche den sicheren Umgang mit ihrem Fahrrad im Gelände üben. Unterstützt wurden sie dabei von verschiedenen städtischen Ämtern sowie einigen Unternehmen und Institutionen.

 

Dieses Engagement setzte sich in den folgenden Jahren fort, als auch Jugendliche auf die hügelige Strecke aufmerksam wurden, die mit Steilwandkurven und mehreren Sprunghügeln ein Eldorado für Mountain-Biker war. Es formierte sich eine generationsübergreifende Gruppe: die Bikepark-Initiative. Seit der Eröffnung im Oktober 2014 erfreut sich der sogenannte Dirt-Track im Bikepark großer Beliebtheit. In den Folgejahren erweiterte das ehrenamtliche Bikepark-Team die Anlage um einen neuen Natur-Bike-Parcours (Rundkurs mit Wellen, Steilkurven und Sprüngen) und gestaltete sie mehrfach um.“

 

Aufgrund der guten Auslastung (täglich zwischen 30 und 50 kleine und große Biker) und der Witterungsverhältnisse bedurfte die Sportanlage jedoch sehr viel Pflege und auch Förderungen für Anschaffungen (Material, Geräte). So entstand im Jahr 2017 der Wunsch nach einer zusätzlichen, witterungsunabhängigen Asphalt-Pumptrack-Anlage. Sie sollte wesentlich pflegeleichter sein, fast ganzjährig nutzbar sein und mehr Nutzungsmöglichkeiten für einen größeren Kreis bieten. Denn die Strecke kann durch den asphaltierten Belag auch mit Skateboards, Longboards, Scootern, Inline-Skates oder einem Rollstuhl befahren werden. Allerdings fehlte das Geld für die Umsetzung.

 

Die städtische Jugendförderung kam ins Spiel, als sich die Jugendlichen an Lars Prechtl im Stadtteilbüro wandten, da sie ihn kannten, und ihn baten, sie bei der Umsetzung zu unterstützen. So entstand ein Jugendbeteiligungsprojekt, für das die städtische Jugendförderung Fördermittel beim Hessischen Ministerium für Soziales und Integration beantragte. Die Jugendlichen waren von Anfang an in alle Phasen der Planung, Organisation und Umsetzung eingebunden und sollen auch zukünftig für die Anlage verantwortlich sein. „Es war großartig mitzuerleben, wie sich die Jugendlichen eingesetzt haben, und ich bin froh, dass ich als Mitglied des Sozial- und Kulturausschusses dabei sein durfte“, so Neuss weiter. „Es war ein echtes Highlight: Die Jugendlichen hatten ein Anliegen, brachten es im Stadtteilbüro der Jugendförderung vor und wurden Schritt für Schritt von der Entscheidung in den Gremien bis zur Umsetzung beteiligt. Praxisnäher kann man Demokratie nicht vermitteln und Gemeinschaftssinn unterstützen.“

 

„Diese positiven Erfahrungen sollten wir in Zukunft nutzen“, meinte Peter Lichtenthäler, wie Neuss Mitglied des Sozial- und Kulturausschusses, „wenn es um die Beteiligung von Jugendlichen und die Unterstützung einer demokratischen Grundhaltung geht.“ Die SPD schlägt deshalb die Einrichtung eines Jugendrates vor. Das ist „kein dauerhaft gewähltes Gremium, sondern altersentsprechend konkret auf ein aktuelles Thema bezogen und zeitbefristet. Ein Jugendrat kann das politische System ergänzen und in verschiedenen Formaten die gelebte Demokratie fördern. Er soll immer dann tagen, wenn es um die Belange junger Menschen in Viernheim geht“, heißt es dazu im Wahlprogramm der SPD zur Kommunalwahl.

 

SPD-Kandidatin Catherine Dewald verfolgte den Gedanken weiter: „Wenn wir die Erfahrungen mit dem Pumptrack ernst nehmen, würden wir idealerweise Jugendliche, die sich besonders für ein Thema oder ein Projekt interessieren, in einen Jugendrat einladen. Die städtische Jugendförderung könnte dabei eine wichtige Rolle spielen, indem sie ihre vorhandene Struktur der Stadtteilbüros nutzt. Eigenes Interesse und ein persönlicher Bezug sind wichtige Ressourcen, damit die jungen Leute dabeibleiben und aus Beteiligung Engagement und Verantwortung für die Gemeinschaft erwächst. Damit stärken wir konkret eine demokratische Einstellung und den Gemeinschaftssinn.“