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Liebe Leserinnen und Leser,

Leserbriefe haben mindestens einen Vorteil: Man kann politische Vorgänge nach einigen Wochen noch einmal in Ruhe so erzählen, wie sie besonders gut zur eigenen (politischen) Geschichte passen. Unangenehme Details lassen sich ausblenden – und eine unmittelbare Gegenrede gibt es auch nicht.

 

In Leserbriefen ist Herr Theymann dauerhaft wortstark, in den bisherigen (Fach-)Ausschüssen oder Stadtverordnetenversammlungen dagegen häufig erstaunlich wortkarg.

Das ist offensichtlich seine Form politischer „Auseinandersetzung.“

Die Vorteile sind benannt und bekannt.

 

Unsere politische „Auseinandersetzung“ ist anders.

 

Nehmen wir den erwähnten Entsiegelungsantrag des Bürgernetzwerks. Laut Leserbrief sollte die Verwaltung lediglich „mögliche Flächen zusammentragen, die man entsiegeln kann“. Klingt überschaubar.

Tatsächlich beantragt wurde die Kartierung sämtlicher öffentlicher Beton-, Teer- und Asphaltflächen über fünf Quadratmetern samt Kostenermittlung für Entsiegelung und Begrünung. Hinzu kamen die Untersuchung von Fassadenbegrünungen an städtischen Gebäuden einschließlich Kosten sowie Vorschläge zur Förderung privater Fassadenbegrünungen.

 

Das alles kann man fordern. Aber dann sollte man auch erzählen, was tatsächlich gefordert wurde.

Aus der Ablehnung – nicht nur durch die CDU – dieses umfangreichen zusätzlichen Arbeitsauftrags wird im Leserbrief kurzerhand der Beschluss gemacht, „gegen die Hitze in der Stadt nicht entsiegeln zu wollen“.

 

Diese Schlussfolgerung trifft aber nicht zu.

 

 

 

Ebenso konstruiert ist der vermeintliche Widerspruch zum späteren gemeinsamen Hitzeschutzantrag. Dieser verfolgt einen breiteren Ansatz: kühle Orte, Trinkwasserangebote sowie einen Hitzeaktionsplan und eine Klimawandel-Anpassungsstrategie mit konkreten Maßnahmen und Kostenrahmen. Auch die Fortsetzung bereits laufender Entsiegelungsmaßnahmen wurde ausdrücklich beschlossen.

 

Unterschiedliche Anträge wurden also beraten, weiterentwickelt und schließlich zu einem gemeinsamen Beschluss zusammengeführt.

Das war aus unserer Sicht ein gutes Zeichen für die Zusammenarbeit in der Viernheimer Stadtverordnetenversammlung über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg.

 

 Besonders bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund schließlich der Vorwurf Theymanns, bei solchen „politischen Spielchen“ gehe es nicht mehr um Lösungen, sondern darum, „wie man Ideen anderer verhindert“. Denn der gemeinsame Beschluss zum Hitzeschutz wurde am Ende von nahezu allen Stadtverordneten mitgetragen. Ausgerechnet ein Mitglied des Bürgernetzwerks stimmte als einziges nicht zu.

 

Für Herrn Theymann sind es „politische Spielchen“. Für uns ist es parlamentarische Arbeit.

Wir schätzen die Arbeit in den Fachausschüssen. Dort kann man Fragen stellen, widersprechen und Argumente austauschen. Der große Vorteil: Der andere sitzt einem gegenüber und kann antworten. Das ist natürlich etwas anstrengender als ein Leserbrief einige Wochen später.

 

Wir haben kein Problem mit politischer Kritik. Unterschiedliche Auffassungen gehören zur Demokratie dazu. Vor allem dort, wo politische Diskussion stattfindet: in den Sitzungen und Ausschüssen, mit Argument und Gegenargument. Dort lassen sich vermeintliche Widersprüche unmittelbar ansprechen.

Wortstärke verträgt nämlich auch Gegenrede, sie provoziert und verlangt sie sogar.

Und das ist gut so, wenn wir zu demokratischen Entscheidungen und Lösungen für die Bürgerinnen und Bürger in Viernheim kommen wollen.

 

Für die CDU-Fraktion

Ihr Klaus Mandel,

Fraktionsvorsitzender

 

 

 

 

Im Leserbrief wortstark, bei Gegenrede wortkarg

[Antwort zum Leserbrief von Wolfram Theymann vom 04.09.2026]

 

 

Eine Pressemitteilung Ihrer CDU Viernheim

 

 

Für den CDU-Stadtverband Viernheim – Vorstand + Fraktionsvorstand:

Torben Kruhmann                  Ruth Büchler              Klaus Mandel

[V.i.S.d.P. Markus Zimmermann]