Leserbrief von Janina Stumpf Fraktionsmitglied der UnabhängigeBürgerViernheim
Spitalplatz: „Optimal“ geplant – bis heute ohne Schatten

Wann werden die Spiel- und Sitzbereiche am Spitalplatz ausreichend beschattet sein?
Die Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der UBV lautete in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung im Kern: wenn die eingepflanzten Bäume groß genug sind!
Das ist botanisch richtig – aber kein überzeugendes Planungsergebnis.
Die konkrete Planung wurde am 5. Februar 2021 mit 31 Ja-Stimmen gegen sechs Nein-Stimmen der UBV beschlossen. Die Vorlage stellte die Planung als „breitgefächerte optimale Neugestaltung“für Jung und Alt dar. Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität sollten erhalten bleiben. Für die gesamte Neugestaltung standen 230.000 Euro zur Verfügung.
Heute erklärt die Verwaltung: Der Spielplatz liegt auf einer Tiefgarage. Der Bodenauftrag beträgt durchschnittlich nur 37 Zentimeter. Sonnensegel hätten mindestens 80 Zentimeter tiefe Fundamente benötigt. Deshalb wurden Bäume gepflanzt, die langfristig Schatten spenden sollen.
Sollten, denn genau das werden sie nie, weil sie an falschen Stellen sitzen.
Die sogenannten technischen Gründe erklären, warum kein Sonnensegel gebaut wurde. Sie erklären nicht, warum ein Platz ohne nennenswerten Schatten als „optimal“gelten soll. Sie erklären auch nicht, warum keine anderen Möglichkeiten untersucht wurden, die der Markt auch ohne 80cm-Fundamente bietet.
Denn die Bedingungen auf der Tiefgarage waren bereits während der Planung bekannt. Schon bei der Fertigstellung 2022 räumte die Stadt ein, dass es dauern werde, bis die Bäume Schatten spenden. Vier Jahre später fehlt die Beschattung noch immer. Weitere Maßnahmen sind nicht vorgesehen.
Es geht nicht darum, das Wachstum von Bäumen zu beschleunigen oder statische Grenzen zu ignorieren. Wenn die vermeintlich einzige mögliche Lösung erst nach Jahren wirkt, muss diese Folge vor dem Bau offen benannt, nicht nur politisch sondern auch technisch bewertet und weitere Machbarkeiten untersucht werden.
Was dieses jahrelange Warten bedeutet, zeigt der sehr heiße Sommer dieses Jahres. Angesichts des Klimawandels ist Schatten auf Spiel- und Aufenthaltsflächen keine Zugabe, sondern Voraussetzung für ihre Nutzung an heißen Tagen.
Der Hinweis auf den Tivolipark ist keine Lösung, sondern ein Eingeständnis auf Hilflosigkeit: Wer Schatten sucht, soll den Spitalplatz verlassen. Die Zielsetzung, dass der Platz nicht nur ein Spielplatz für Kinder sondern auch eine kleine Ruheoase für die Bewohner des Forum der Senioren und des betreuten Wohnens sein sollte, wurde wohl gänzlich vergessen.
Der Fall reicht über den Spitalplatz hinaus. Ein öffentliches Projekt ist nicht schon deshalb erfolgreich, weil ein Thema berücksichtigt und verschiedene Möglichkeiten geprüft wurden. Entscheidend ist das Ergebnis. Wer bereits bei einem überschaubaren Projekt Prüfung mit Lösung verwechselt, weckt Zweifel an der Steuerung größerer und kostspieligerer Vorhaben.
Die UBV hat die vorgelegte Planung 2021 nicht mitgetragen.
Am Spitalplatz ist die Prüfung abgeschlossen und das Budget eingebuddelt aber der Schatten fehlt.
Janina Stumpf
Fraktionsmitglied der
UnabhängigeBürgerViernheim




