Kanaté sorgt für FCK-Ekstase kurz vor Ende der Nachspielzeit
FCK besiegt Waldhof Mannheim und zieht in die 2. Pokalrunde ein – Schwere Ausschreitungen überschatten die Hochrisiko-Partie
Kaiserslautern (C.Wunderle) – Der 1.FC Kaiserslautern steht in der 2. Runde des DFB-Pokal. Nach einem dramatischen Spielverlauf im Derby bei Waldhof Mannheim traf Ibrahim Kanaté für die Pfälzer in der letzten Minute der Nachspielzeit mit einem sehenswerten Schlenzer, als sich die meisten der über 23 000 Zuschauer im Carl-Benz-Stadion bereits auf das Elfmeterschießen eingestellt hatten. Die Roten Teufel hatten das glücklichere Ende bei sich – beide Teams gingen an ihre Grenzen und kämpften mit Leidenschaft – und das – abgesehen von der ein oder anderen Rudelbildung wie kurz vor Ende der regulären Spielzeit, überwiegend fair. Ganz anders ging es auf den Tribünen her. Teile beider Fanlager, in gegenseitiger Abneigung verbunden, überschritten ihre Grenzen massiv, als Becher und andere Gegenstände auf die Spieler flogen, Raketen auf das Feld und gar auf Tribüne abgefeuert wurden und es vor dem Waldhof-Fanblock nach einem Platzsturm zu einem massiven Polizeieinsatz kam. Das Spiel stand nach 90 Minuten kurz vor dem Abbruch und war längere Zeit unterbrochen. Beiden Vereinen drohen aufgrund der massiven Grenzüberschreitung mancher „Fans“ drakonischen Strafen, das Ergebnis war daher fast schon eine Randnotiz.
Waldhof hatte in der 12. Minute den ersten Torabschluss, aber Krahl fischte Asallaris Schuss noch aus dem Winkel. Im Verlauf der 1. Halbzeit bekam der FCK etwas mehr Spielkontrolle, nennenswerte Torchancen konnten aber nicht herausgespielt werden. Intensiv war die Partie dennoch, Rieckmanns Abschluss nach 31 Minuten war zu harmlos und war sichere Beute von Lauterns Nr. 1. In der 40. Minute dann Glück für Mannheim, als Tazmetas Schuss den Pfosten touchierte. Waldhofs Schlussman Nijhuis lenkte kurz darauf einen Berisha-Kopfball über die Latte.
Die Gastgeber setzten gleich zu Beginn der 2. Spielhälfte Offensivakzente, die Abschlüsse von Asallari und Keumo gingen jedoch über das FCK-Gehäuse. In der 61. Minute klärte FCK-Abwehrspieler Rasmussen gegen Thalhammer in höchster Not. Die Lautrer hatten nach 73 Minuten Glück, nach Gregorios Schuss rettete das Aluminium die Pfälzer vor dem Rückstand. Während Krahl in der 86. Minute per Fußabwehr einen abgefälschten Schuss von Thill gerade so klären konnte, hatte der der FCK im direkten Konter die Chance zur Führung, doch Kanatés Schuss verfehlte das Gehäuse. Der FCK wurde nun offensiv aktiver und wollte die Entscheidung erzwingen, Mannheim hielt mit Leidenschaft dagegen. Dann rückte FCK-Kapitän Ritter in den Fokus. Zuerst zwang er in der Nachspielzeit Nijhuis zu einer Glanzparade, und war dann auch der Spieler, dessen Rempler mit einem Waldhöfer Spieler kurz nach Abpfiff der regulären Spielzeit zu einer Rudelbildung führte, bevor die Gewaltspirale auf den Rängen ihren Lauf nahm.
Vor allem in der zweiten Hälfte der Nachspielzeit hatten die Roten Teufel ein Übergewicht gegen tapfer kämpfende Gastgeber und waren dem Siegtreffer näher. So wurde Kunzes Kopfball in der 110. Minute auf der Linie geklärt. Kurz darauf bot sich dem eingewechselten Yardimic eine gute Chance, der von Kanaté in Szene gesetzt wurde. Als der 19jährige Kanaté dann in der 120. Minute den Siegtreffer markierte, kannte der Jubel auf FCK-Seite keine Grenzen mehr. Dabei hätte Terence Boyd, Ex-FCK-Spieler und kurz zuvor eingewechselt, fast noch den Ausgleich erzielt.
Die Roten Teufel haben es nach einem durchwachsenen Start am kommenden Sonntag beim Tabellennachbarn St. Pauli zu tun, Anpfiff am Millerntor ist um 13:30 Uhr.





