Viernheim kämpft – Milad Ahmad holt deutschen Titel beim Dreiländercup 2026

Viernheim (Thai-Bombs-Viernheim) – Insgesamt wurden 42 Kämpfe in den Disziplinen IFMA Muay Thai, MTBD Profi-Muay-Thai, WAKO K1-Kickboxen und klassischem Boxen ausgetragen. Von den ersten Kinderkämpfen bis zum Deutschen Titelkampf am Abend zeigte der Dreiländercup die gesamte Bandbreite des Kampfsports. Besonders bemerkenswert war dabei das hohe technische Niveau der Kämpfe. Trotz zahlreicher harter Duelle gab es während der gesamten Veranstaltung keine ernsthaften Verletzungen.
Bereits die Nachwuchskämpfe am Nachmittag machten deutlich, dass sich die intensive Arbeit der Vereine auszahlt. Die jungen Athletinnen und Athleten zeigten großen Mut, Disziplin und Kampfgeist. Für die Thai-Bombs-Viernheim konnten Luis Stiben und Vivian Oberle Siege feiern. Lemar Maywand musste seinen Kampf nach einem irregulären Kopftreffer abbrechen. Ömer Kaya zeigte eine beherzte Leistung, bekam seine Nervosität jedoch nicht vollständig in den Griff und musste in der zweiten Runde aufgeben.
Ein besonderer Moment war die Premiere der Boxabteilung der Thai-Bombs-Viernheim bei offiziellen Wettkämpfen. Unter der Leitung des ehemaligen Bundesligaboxers Jamsheed Hotak gingen die ersten eigenen Boxer an den Start. Jan Seibel überzeugte bei seinem Debüt gegen Mercan Ismail vom Team Phillips mit einer bemerkenswert reifen Leistung und gewann deutlich nach Punkten. Das Publikum feierte seinen Auftritt lautstark. Auch Melik Sanbey zeigte gegen Alexander Treptow einen starken Kampf und musste sich erst nach drei engen Runden knapp geschlagen geben.
Zu den stärksten Leistungen der Undercard gehörten außerdem die Auftritte von Melissa Stiben und Sirin Bentahar. Melissa bekam es mit der deutlich schwereren und erfahreneren Karyna Sachek zu tun und brachte ihre Gegnerin in der dritten Runde sogar an den Rand eines K.o. Sirin Bentahar dominierte ihre Gegnerin Nikola Smereczynska so deutlich, dass die Ringrichterin den Kampf in Runde drei zum Schutz der Gegnerin abbrechen musste.
Als am Abend die große Gala begann, war die Waldsporthalle bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Zuschauer sorgten für eine Stimmung, die man sonst eher von deutlich größeren Veranstaltungen kennt.
Den Auftakt der Maincard bestritten Sebastian Reupke vom FTO Oppenheim und William Weißbeck von den Black Cobra Pforzheim. Obwohl beide Athleten erst 13 Jahre alt waren, lieferten sie einen technisch herausragenden Kampf ab und begeisterten die Zuschauer vom ersten Gong an.
Aus Sicht der Gastgeber stieg anschließend Taygan Büyüküstün gegen Yaman Muayad in den Ring. Beide kannten sich bereits vom vergangenen Dreiländercup und lieferten erneut einen technisch hochwertigen Muay-Thai-Kampf. Yaman konnte sich verdient durchsetzen, doch Taygan zeigte in seinem ersten Kampf nach Profiregeln eindrucksvoll, welches Potenzial in ihm steckt.
Muhammed Aydinli und Daniel Tafic von der Tempel Fight School Darmstadt lieferten sich einen hochklassigen K1-Kampf auf Augenhöhe, der folgerichtig mit einem Unentschieden endete.
Für die umstrittenste Entscheidung des Abends sorgte der Kampf von Franka Munz gegen Nora Schenk vom Bodyshock Gießen. Nachdem Franka die zweite und dritte Runde klar dominiert hatte, rechneten viele Zuschauer mit ihrem Sieg. Umso größer war die Verwunderung, als das Kampfgericht dennoch Nora Schenk vorne sah. Für viele Zuschauer war dies die einzige echte Fehlentscheidung eines ansonsten hervorragend arbeitenden Kampfgerichts.
Einen seiner bislang stärksten Kämpfe zeigte Hoschmand Ahmad gegen Pascal Zarow von der Tempel Fight School Darmstadt. Zarow galt im Vorfeld als Favorit, doch Hoschmand präsentierte sich taktisch hervorragend eingestellt. Mit harten Kombinationen, hoher Kampfintelligenz und großer Ruhe kontrollierte er das Geschehen und gewann verdient nach Punkten. Viele Kampfsportkenner bezeichneten diesen Auftritt als die beste Leistung seiner bisherigen Karriere.
Den emotionalen Höhepunkt des Abends bildete der Kampf um den Deutschen MTBD Junior-Pro-Titel zwischen Milad Ahmad und Rayan Hida vom Kingz Gym Bottrop.
Fünf Runden lang lieferten sich beide Athleten eine Ringschlacht auf höchstem Niveau. Milad lag über weite Strecken knapp vorne, musste jedoch jederzeit mit den gefährlichen Aktionen seines Gegners rechnen. Beide Kämpfer schenkten sich nichts und verlangten sich alles ab.
Am Ende war es Milads außergewöhnliche Ringübersicht, seine taktische Reife und seine Fähigkeit, in den entscheidenden Situationen immer eine Technik mehr ins Ziel zu bringen, die den Unterschied machten. Als nach fünf packenden Runden sein Arm nach oben gestreckt wurde, brachen auf den Rängen alle Dämme. Unter dem Jubel der Zuschauer gewann Milad Ahmad verdient nach Punkten und holte den Deutschen MTBD Junior-Pro-Titel nach Viernheim.
Die Gürtelübergabe erfolgte durch Jan Machuletz von der Atalanta Gruppe aus Weinheim. Für viele Zuschauer war dies der perfekte Schlusspunkt eines außergewöhnlichen Kampfsportabends.
Entsprechend zufrieden zeigten sich die Organisatoren Simon Heeger und Timm Clausen. Über Monate hatte ein großes Team aus Trainern, Helfern, Sponsoren und Vereinsmitgliedern auf dieses Event hingearbeitet. Der Dank der Veranstalter gilt insbesondere den zahlreichen Ehrenamtlichen, den Sponsoren, der Stadt Viernheim sowie den vielen Zuschauern, die den Dreiländercup 2026 zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben.
Eines steht bereits heute fest: Der Dreiländercup wird auch 2027 zurückkehren. Nach dem Erfolg der diesjährigen Veranstaltung laufen bereits die ersten Planungen. Der Kampfsport lebt in Viernheim – und der Dreiländercup hat eindrucksvoll gezeigt, welche Begeisterung dieser Sport auslösen kann.




