Verunsicherte Rote Teufel erzittern sich 1:0-Heimsieg gegen Schlusslicht Greuther Fürth – Semih Sahin entscheidet Spiel per Kopfballtor – Schmeichelhafter Arbeitssieg
Kaiselslautern (C.Wunderle) – Nach zwei Niederlagen in Folge, zuletzt der 0:4-Klatsche in Darmstadt, war beim 1. FC Kaiserslautern vor der Heimpartie gegen die Spvgg Greuther Fürth gehörig Druck im Kessel. Eine deutliche Reaktion der Mannschaft wurde erwartet. Was folgte, war – passend zum nassgrauen und kalten Wetter – ein trüber Kick und wahrlich kein Augenschmaus. „Not gegen Elend“ oder „Hauptsache gewonnen“ – urteilten viele Fans und fassten die 90 Minuten passend zusammen. Dass sich trotz des Heimsieges auch Pfiffe im Siegesjubel mischten, ist ein deutliches Zeichen, dass viele Zuschauer aktuell unzufrieden sind. Ein wohl hausgemachtes Problem – schließlich haben die Verantwortlichen des FCK zuletzt nochmals klar das Ziel ausgegeben, die Aufstiegsplätze ins Visier zu nehmen. Gemessen daran laufen die Roten Teufel ihren Ansprüchen derweil weit hinterher, auch die gerade neu verpflichteten Spieler Chernev und Bassette haben noch nicht wie erhofft eingeschlagen. Und Berisha – immer Ex-Nationalspieler, musste nach einer Partie im FCK-Trikot bereits verletzt passen.
41145 Zuschauer sahen einen nervösen und verunsicherten FCK, der durch eigene Fehler die Gäste aus Franken förmlich einlud. In der 5. Minute erlief Fürths Futkeu einen zu kurz gespielten Rückpass von Chernev auf Krahl, verzog aber deutlich. Nach 10 Minuten schien dann der Knoten geplatzt zu sein. Ein Eckball des FCK wurde zunächst herausgefaustet, Sahin brachte per Bogenlampe den Ball wieder in den Strafraum, der sich über alle Fürther hinweg unter die Latte ins Tor senkte. Doch die frühe Führung verlieh keine Sicherheit, der Spielaufbau hakte, auch Torwart Krahl ließ sich von der Nervosität anstecken und offenbarte seine Schwächen im Spielaufbau. Fürth bot sich in Person Hrgota (21.) und Ltaeif (23.) gleich zweimal die Chance zum Ausgleich. Trainer Lieberknecht reagierte früh und nahm den gelbverwarnten Chernev vom Platz, der sich als großer Unsicherheitsfaktor in der Defensive präsentierte. Der eingewechselte Kim feierte nach wochenlanger Verletzungspause sein Comeback. Bassette hatte in der 27. Minute das 2:0 auf dem Fuß, steuerte alleine auf Fürths Keeper Prüfrock zu, vergab aber diese hundertprozentige Torchance. Der Lautrer Stürmer hatte gut 10 Minuten später in einer ähnlichen Situation wieder das Nachsehen gegen Prüfrock. Glück für die Gastgeber, dass der Tabellenletzte mit seinen Chancen kläglich umging oder Krahl wie beim Schlenzer von Ltaeif zur Stelle war.
Nach dem Seitenwechsel brach die Phase an, in der der FCK aktuell seine meisten Gegentreffer bekommt. Dies sollte sich auch wieder bewahrheiten. Kapitän Ritter gelang es nicht, den Ball aus der Gefahrenzone herauszuschlagen – der ehemalige FCK-Jugendspieler Paul Will jagte den Ball sehenswert aus der Distanz ins FCK-Tor. Doch nach dem Hinweis des Videoschiedsrichters nahm Referee Siebert den Treffer zurück, da zuvor ein Foulspiel an Krahl vorlag. Bassette konnte einen Fehler von Ziereis in der 55. Minute nicht nutzen und verzog bei seiner dritten Torgelegenheit wieder deutlich. Glück für den FCK, als Hrgotas Schuss aus 16 Metern gegen die Latte donnerte. Bei den Pfälzern lief so gut wie nichts zusammen – auch der gerade Ende des vergangenen Jahres neu verlegte Rasen präsentierte sich in einem katastrophalen Zustand. Die Hereingabe des eingewechselten Asta setzte Haas an den linken Pfosten. Mehr Chancen waren auf Lautrer Seite nicht zu verbuchen.
So blieb es bei einem schmeichelhaften Arbeitssieg für die Roten Teufel, die am kommenden Sonntag bei Preußen Münster zu Gast sind.




