Baubetriebshof ist seit vier Wochen fast täglich im Einsatz – Vorausschauende Planung erforderlich

Foto: Stadt Weinheim

Weinheim (Stadt Weinheim) –  Dieser Winter ist hart dieses Jahr (2026) , lang und eisig – ganz besonders für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Weinheimer Baubetriebshofs, die den Winterdienst gewährleisten müssen. Kurz vor Silvester fing es an mit Eis und Schnee. Seit rund vier Wochen am Stück sind die Bauhofleute jetzt in Rufbereitschaft. Das heißt: Ständig abrufbar, kaum eine Nacht, die man durchschlafen kann. Das Handy auf dem Nachttisch, die Arbeitskleidung so hingerichtet, dass es schnell gehen kann. Eigentlich nie Feierabend. Egal ob unter der Woche, an Sonn- oder Feiertagen. Der Winter hat seinen eigenen Kalender. 

Und trotzdem, es hat alles gut geklappt in diesen kalten Wochen. Darauf kann Bauhofleiter Kay Zimmer verweisen. Allerdings, ohne Planung und Einsatz wäre es nicht gegangen. Alle hoffen nun auf ein baldiges Ende des Winters. Fast 30 Einsätze auf einigen Streustrecken wurden jeweils gefahren, teilweise auch morgens und zusätzlich abends. Dann passiert es, dass die Mitarbeiter nur über Tag ein paar Stunden frei haben und schon am Abend wieder ans Steuer ihres Fahrzeuges müssen. Ein Wert beschreibt die Anforderungen an den Räumdienst besonders deutlich: In den zurückliegenden vier Wochen mussten 258 Tonnen loses Streusalz eingesetzt werden. Im Vergleich dazu:  Im gesamten Winter vor einem Jahr waren es 141 Tonnen. Klar ist: Wer nicht vorausschauend plant, wird schnell aufs Glatteis geführt. Personal- und Streumittelmanagement sind entscheidend.

Viele Kommunen und Städte (vor allem im Norden der Republik) haben aktuell kein Streusalz, aufgrund der hohen Nachfrage und der Tatsache das Bundes-Fernstraßenbereiche bevorzugt beliefert werden, weiß Kay Zimmer.

Auch in Weinheim gibt es nur begrenzte Lagerkapazitäten: 220 Tonnen. Daher hat der Bauhof einen Mengen-Liefervertrag über 550 Tonnen mit einem externen Dienstleister abgeschlossen, der Salz innerhalb von 72 Stunden liefern kann. Dieser Vertrag ist gerade erst wieder erneuert worden. Ein Großteil der Streufahrzeuge bringt aber Feuchtsalz aus. Auf dem Fahrzeug befindet sich Salz und zusätzlich ein Soletank. Vor dem Ausbringen auf die Fahrbahn wird das Salzkorn mit der Sole angefeuchtet, was dazu führt, dass das Salzkorn besser auf der Fahrbahn haftet und die Tauwirkung schneller eintritt. Auch die Sole muss passend geordert werden.

Das alles ist eine Mammutaufgabe für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Bei einem Volleinsatz rückt der Bauhof mit 17 großen und kleinen Streufahrzeugen aus, zusätzlich mit 18 weiteren kleineren Fahrzeugen, auf denen Sacksalz transportiert wird, um die Überwege, Radwege und andere Flächen mit der Hand zu streuen. Dabei sind an die 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, also eigentlich alle verfügbaren Kräfte.

Die Herausforderungen, betonte der Bauhof-Chef in seinem ersten Fazit nach dem Winter, liegen auch bei Einsatzfähigkeit der Technik. Die Stadt hält ja keine Reservefahrzeuge vor, die zur Verfügung stehen, wenn ein Fahrzeug ausfällt. Wenn dies passiert, müssen kurzfristig einige Touren neu eingeteilt werden. Und das Fahrzeug muss schnellstmöglich repariert werden. Denn der nächste Schnee kommt bestimmt.