Kaiserslautern (C.Wunderle) – Es war seit langer Zeit die beste Leistung, die der FCK in der Fremde zeigte. Bis zur 87. Minute sah alles nach einem Auswärtssieg bei Spitzenreiter Schalke 04 aus, doch die Königsblauen glichen mit zwei späten Treffern in den letzten Minuten der Partie aus. Das 2:2-Unentschieden fühlte sich somit für die Roten Teufel wie eine gefühlte Niederlage an. Trainer Lieberknecht äußerte sich trotz des verspielten Vorsprungs auch stolz über das klasse Auftreten seiner Truppe, die Torjäger Prtajin nach seiner Einwechslung Mitte der 2. Halbzeit mit einem Doppelschlag 2:0 in Führung brachte.

Bei Schalke drehte sich in den Tagen vor der Partie alles um den spektakulären Neuzugang Edin Dzeko, der mit seinem Anschlusstreffer in der 87.Minute maßgeblichen Anteil auf den Spielausgang nahm. Bei den Pfälzern stand der bulgarische Neuzugang Atanas Chernev von Beginn an in der Abwehrreihe und gab ein überzeugendes Debüt. Hanslik musste dafür zunächst auf der Bank Platz nehmen.  

Der FCK trat kompakt und geordnet auf, Schalke kam nur selten zu Torabschlüssen wie in der 13. Minute bei Kurucays Kopfball, den Keeper Krahl parierte. Die Gäste aus der Pfalz, begleitet von rund 7000 Schlachtenbummlern, tauchten in der 21. Minute nach schnellem Zuspiel von Kapitän Ritter auf Skyttä gefährlich im Schalker Strafraum auf, doch dem finnischen Offensivdribbler im Pfälzer Trikot versprang der Ball in aussichtsreicher Position. Nach Jolys Hereingabe in der 31. Minute hielt Schalkes Torwart Karius Ritters Abschluss – die bislang beste FCK-Chance. Und wenige Minuten war der FCK-Spielführer im Mittelpunkt, sein Schuss aus der Drehung verfehlte aber das Gehäuse. Die Gäste standen defensiv stabil und ließen nichts anbrennen, so ging es torlos zum Pausentee.

Der Tabellenführer aus Gelsenkirchen hatte in der 58. Minuten eine Doppelchance durch Poraths Schuss und einen Kopfball von Becker. Und dann, direkt nach seiner Einwechslung in der 61. Minute, vergingen exakt 19 Sekunden, da wuchtete FCK-Goalgatter Prtjajin unwiderstehlich per Kopf einen Freistoß von Skyttä zur Führung ins Tor. Ein überwältigendes Gefühl für den Stürmer, der im Vollsprint Richtung Gästekurve rannte und sich feiern ließ. Schalke erhöhte den Druck, fand aber zunächst keine Lösungen. Ein exzellent ausgespielter Konter in der 84. Minute führte dann zum 2:0. Prtatjin legte mit der Brust auf Hanslik ab, der den Ball perfekt in den Lauf des durchstartenden Prtajin schickte. Der Lautrer Torjäger ließ sich die Chance nicht nehmen und schloss gekonnt ab. Alles sah nach einem Pfälzer Sieg aus, ehe Dzeko in der 87. Minute technisch sehenswert einen langen Ball im Duell mit Gymafi verarbeitete und den Anschluss herstellte. Nun lag das Momentum auf Schalker Seite und das Stadion mit rund 55 000 Heimfans peitsche ihre Mannschaft nach vorne. In der letzten Minute fiel dann folglich der Ausgleich. Krahl faustete Tchibaras Schuss zentral in den Strafraum zurück, wo Karaman mit einem glücklichen Abschluss den Ball ins Lautrer Gehäuse beförderte. Die siebenminütige Nachspielzeit verlief ohne nennenswerte Torraumszenen, so dass es beim – aus Schalker Sicht schmeichelhaften  – 2:2 blieb. Die Enttäuschung war den Pfälzern – trotz einer überzeugenden Leistung – im ersten Moment ins Gesicht geschrieben.

Dennoch: Der FCK ist erfolgreich und ungeschlagen ins Jahr 2026 gestartet und hat am kommenden Samstagabend den nächsten Topgegner, wenn die SV Elversberg zu Gast ist. Bei einem Sieg könnte man bis auf einen Punkt an die Saarländer heranrücken. Anpfiff auf dem Betzenberg ist um 20:30 Uhr.